„Kann ich denn anders? Kind, dummes, vielleicht lernst du was dabei. Die Eitelkeit und das Herrgottspielenwollen betreffend, meine ich. Es könnte nicht schaden.“
Diese Unterredung hatte das Ergebnis, daß die alte Magd noch am selben Tag eine Zusammenkunft der beiden im Hofe veranstaltete, ohne daß Karl ihre Mitwisserschaft erriet. Es ging gegen den Abend, und das Stückchen Himmel über dem kleinen Hofraum glühte mit schwachem Goldfeuer. In der Torecke aber war es dunkel, und niemand konnte die zwei jungen Leute dort sehen.
„Ja, ich muß dir was sagen, Karl,“ fing das Mädchen an. „Heut müssen wir einander adieu sagen. Es hat halt alles einmal sein Ende.“
„Aber was denn — — warum —?“
„Weil ich jetzt einen Bräutigam hab’ —“
„Einen — — —“
„Sei ruhig, gelt, und hör mich zuerst. Siehst, du hast mich ja gern gehabt, und ich hab’ dich nicht wollen so ohne Hüst und ohne Hott fortschicken, wie man’s auch oft macht. Ich hab’ dir ja auch gleich gesagt, weißt du, daß du dich deswegen nicht als meinen Schatz ansehen darfst, nicht wahr?“
Karl schwieg.
„Nicht wahr?“
„Ja, also.“