Sie bogen um die Brückenmühle, stiegen die steile Gasse zum Holzmarkt hinauf, gingen an der Stiftskirche vorüber, über die schmale Kirchgasse und den öden Markt an der Sonne vorbei und gelangten durch Nässe und Schmutz an die Hintertür des Löwen, durch welche man über drei steile Stufen hinab direkt in das „Nebenzimmer“ tritt. Ehe sie eintraten, blickten sie durch eins der niederen Fenster in die schmale Stube hinab und sahen Elenderle und Säbelwetzer am letzten Tisch beim Wein sitzen.
„Sie trinken Winkler!“ frohlockte Aber. „Hab ich’s nicht gesagt? Du meldest dich mit deiner Blume, wegen ungebührender Respektlosigkeit.“
„Prolet! Meinetwegen,“ murrte Lauscher, und trat zuerst in die schmale Tür. Aber folgte nach, drehte unwillig ein an der Wand hängendes Gerolsteiner Mineralwasserplakat um und ließ sich von der herzueilenden Wirtstochter Mathilde den Mantel abnehmen.
Jetzt bemerkten die Weintrinker die Ankommenden.
„Höchste Zeit,“ rief der Säbelwetzer. „Wollet ihr trinken? Wollet ihr ein Bad nehmen? Wollet ihr euch ersäufen? An Winkler fehlt es nicht. Mein Leben mach ich keine solche Wette mehr. Fünfzehn Flaschen, ists nicht zum Langweiligwerden?“
„Keine Angst!“ rief Lauscher. „Mathilde, zwei Gläser!“ Er prüfte eine der im Kübel stehenden Flaschen und schenkte ein. „Meine Blume, Aber!“
„Saufs!“
„Na?“ fragte der Säbelwetzer.
„Er ist gut,“ gab Lauscher kurz zur Antwort, ließ den linken Arm über die Stuhllehne hängen, füllte seinen Römer nach und trank ihn mit einem langen sicheren Schluck hinunter.
„Wo spuckts wieder?“ fragte der Säbelwetzer. „Du hast deinen allerbeinernsten Schädel aufgesetzt.“