Mit Rosen rot wie Blut.
Ich will auch zu dir beten,
Wie man vor Heiligen kniet,
Mit meiner wilden, verschmähten
Liebe und meinem Lied.
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Er hatte kaum geendigt, als aus dem innersten Walde hervor der Philosoph Drehdichum die Liegenden anrief. Aufschauend sahen sie ihn aus den Gebüschen treten.
„Guten Tag,“ rief er näherkommend, „guten Tag, meine Freunde! Nehmet dies zu euerm Strauß für die schöne Lulu!“ Damit gab er Lauschern eine große weiße Lilie in die Hand. Behaglich ließ er sich sodann den Freunden gegenüber auf einem moosigen Felsen nieder.
„Sagen Sie, Zauberer,“ redete Lauscher ihn an, „da Sie doch überall sind und alles wissen: wer ist eigentlich die schöne Lulu?“
„Viel gefragt!“ schmunzelte der Graubart. „Sie weiß es selber nicht. Daß sie die Stiefschwester der verdammten Müllerin sei, glauben Sie wohl nicht, und ich auch nicht. Sie selber hat nicht Vater, nicht Mutter gekannt, und ihr einziger Heimatbrief ist die Strophe eines merkwürdigen Liedes, das sie zuweilen singt und worin sie einen gewissen König Ohneleid ihren Vater nennt.“