„Meinetwegen; aber ich will dich nicht wieder unnütz erregen. Wir haben vielleicht gestern allzu vieles umgerührt. Warum mußten wir auch bis zur letzten Stunde warten!“

Sie frühstückten im Atelier.

„Nein, es ist ganz gut so,“ sagte Johann bestimmt. „Es ist sehr gut so. Ich habe eine schlaflose Nacht gehabt und alles noch einmal wiedergekäut, mußt du wissen. Du hast vieles umgerührt, und beinah mehr als ich ertragen konnte. Du mußt bedenken, ich habe in Jahren niemand gehabt, mit dem ich reden konnte. Aber es soll jetzt aufgeräumt und ausgefressen werden, sonst bin ich wirklich der Feigling, den du mich gestern geheißen hast.“

„O, hat dir das wehgetan? Laß gut sein!“

„Nein, du hattest beinahe recht, glaube ich. Ich möchte heut noch einen schönen frohen Tag mit dir haben, wir fahren den Nachmittag zusammen aus und ich zeige dir ein schönes Stück Land. Aber vorher muß da noch ein wenig aufgeräumt werden. Gestern fiel das alles so plötzlich über mich her, daß ich die Besinnung verlor. Aber jetzt habe ich alles bedacht. Ich glaube, ich verstehe jetzt, was du mir gestern sagen wolltest.“

Er sprach so ruhig und freundlich, daß Burkhardt seine Bedenken fallen ließ.

„Wenn du mich verstanden hast, ist ja alles gut und wir brauchen nicht wieder von vorn anzufangen. Du hast mir erzählt, wie alles zustande kam und wie es jetzt steht. Du hältst also deine Ehe und deinen Haushalt und deinen ganzen bisherigen Zustand nur darum aufrecht, weil du dich nicht von Pierre trennen willst. So ist es doch?“

„Ja, genau so ist es.“

„Nun, und wie denkst du dir das weitere? Mir scheint, du habest gestern angedeutet, daß du mit der Zeit auch Pierre zu verlieren fürchtest. Oder nicht?“

Veraguth seufzte schmerzlich und legte die Stirn in die Hand; aber er fuhr im gleichen Tone fort: