Veraguth nahm sich ein Stück Brot und aß einen Bissen davon, ohne zu antworten. Er schenkte sich Wasser ins Glas, trank es langsam aus und beschloß ruhig zu bleiben. Er tat, als sei er allein, und Albert trat unschlüssig gegen das Fenster.

„Ich dulde es nicht!“ rief er endlich nochmals, unfähig, seinen Zorn bei sich zu behalten.

Der Vater streute Salz auf sein Brot. Er sah sich in Gedanken ein Schiff besteigen und auf endlosen fremden Meeren fahren, weit weg von diesen unheilbaren Verwirrungen.

„Es ist gut,“ sagte er beinahe friedlich. „Ich sehe, daß es dir unsympathisch ist, wenn ich mit dir rede. Lassen wir’s doch!“

In diesem Augenblick hörte man draußen einen erstaunten Ausruf und eine Flut erregter Worte. Frau Adele hatte den Knaben in seinem Schlupfwinkel entdeckt. Der Maler horchte auf und ging rasch hinaus. Heute schien alles durcheinander zu gehen.

Er fand Pierre mit schmutzigen Stiefeln in dem zerwühlten Gastbett liegen, das Gesicht verschlafen und verweint, die Haare wirr, und davor seine Frau in hilflosem Erstaunen.

„Aber Kind,“ rief sie endlich zwischen Sorge und Ärger, „was machst du denn? Warum gibst du keine Antwort? Und warum liegst du hier?“

Veraguth richtete den Kleinen auf und sah ihm erschrocken in die ausdruckslosen Augen.

„Bist du krank, Pierre?“ fragte er zärtlich.

Der Knabe schüttelte verwirrt den Kopf.