„Hast du denn hier geschlafen? Bist du schon lange hier?“
Mit einer dünnen, mutlosen Stimme sagte Pierre: „Ich kann nichts dafür ... Ich habe nichts getan ... Ich habe nur Kopfweh gehabt.“
Veraguth trug ihn auf seinen Armen ins Speisezimmer hinüber.
„Gib ihm einen Teller Suppe,“ sagte er zu seiner Frau. „Du mußt ein wenig Warmes essen, Kind, das tut gut, du wirst sehen. Du bist gewiß krank, armer Kerl.“
Er setzte ihn in seinen Sessel, schob ihm ein Kissen in den Rücken und gab ihm selber mit dem Löffel seine Suppe ein.
Albert saß schweigend und verschlossen.
„Er scheint wirklich krank zu sein,“ sagte Frau Veraguth beinahe beruhigt, mit dem Gefühl der Mutter, die zu Hilfe und Pflege freudiger bereit ist als zur Untersuchung und Behandlung ungewöhnlicher Unarten.
„Wir bringen dich nachher zu Bett, iß jetzt nur, mein Herz,“ tröstete sie zutraulich.
Pierre saß, grau im Gesicht, mit halbwachen Augen und schluckte widerstandslos, was ihm eingelöffelt wurde. Während der Vater ihn mit Suppe fütterte, fühlte ihm die Mutter den Puls und war froh, kein Fieber zu finden.
„Soll ich den Doktor holen?“ fragte Albert, um doch auch etwas zu tun, mit unfester Stimme.