Der Lehrer bekam einen roten Kopf, als Volkmann ihn bei Gelegenheit bat, ihm die Sammlung zu zeigen, weil er, wie er sagte, davon auf dem Seminare so gut wie nichts gelernt hätte, und so war es auch, denn er hatte Korn und Kaff durcheinander gesammelt und die Hälfte falsch bestimmt.

Um so froher war er, als Volkmann Flachs und Hede auseinanderbrachte, jedem Dinge seinen wahren Namen gab und die richtige Reihenfolge herstellte.

Drei Dinge aber nahm er heraus: eine alte Münze, deren Ränder wie Messing glänzten, eine grüne Schwertklinge und ein schwarzes Steinbeil, die alle beim Torfmachen gefunden und dem vorigen Lehrer gebracht waren, und sagte:

»Diese drei sind zu schade für eine Dorfsammlung; sie gehören in ein großes Museum. Schicken Sie sie versichert an das Bremer Museum und bieten Sie sie zum Ankauf an. Sie bekommen dann sicher soviel, daß Sie einen Sammlungsschrank für die Schule und einige gute Bücher anschaffen können.«

Da der Lehrer und der Schulvorstand damit einverstanden waren, wurde die Sache so gemacht, und es kam auch einige Zeit darauf die Antwort, daß die Sachen angekommen wären; das Nähere sollte mündlich abgemacht werden.

Vierzehn Tage später kam ein Herr mit greisem Bart und jungen Augen angefahren, sah sich die Sammlungen an und machte dem Schulvorstande folgenden Vorschlag:

Die Schule bekommt zwei Sammlungsschränke, Präparatengläser, gestopfte Tiere, eine kleine Heimatbücherei, Nachbildungen der drei Gegenstände und tausend Mark bar.

Der Schulvorstand fiel beinahe um, als er das vernahm, und der Schulmeister stieg mächtig in Achtung, und Volkmann, von dem man wußte, daß er zu dem Angebot geraten hatte, erst recht.

Als er abends mit dem Bremer Museumsleiter bei dem Lehrer saß, erzählte er von den Beobachtungen Peter Suputs, und der Professor sagte: »Sie sind ja Zoologe; schreiben Sie uns doch darüber. Viel zahlen wir grade nicht, aber immerhin etwas.«

Es gab einen großen Aufstand, als die Schränke ankamen, denn sie waren so groß, daß sie in der Schule keinen Platz hatten; und da die Schulbehörde nichts dawider hatte, so wurde auf Vorschlag des Schulmeisters, dem Volkmann das eingeblasen hatte, ein eigener Anbau dafür gemacht, der ganz in der alten Art gehalten wurde und in der Mitte durchgeteilt war, so daß in dem einen Zimmer die Schränke mit den Tieren und Steinen und Heidentöpfen und Büchern untergebracht wurden; das andere wurde ganz wie eine alte Dönze gehalten, und es dauerte keine acht Tage, da wußte der Lehrer nicht, wo er mit dem Urväterhausrat, der ihm zugebracht wurde, bleiben sollte, denn jedes Gemeindeglied wollte mit einem Stück darin vertreten sein.