Das Dorf war sehr stolz auf sein Museum, zumal von weit und breit Männer kamen, die es sich ansahen und photographierten und die Bilder in »Niedersachsen« herausbrachten, und Lehrer Owerhaide wurde ein vielgenannter Mann, denn der Hilgenbauer hatte ihm das Wort abgenommen, daß von ihm selber nicht die Rede sein sollte.

Er kümmerte sich auch weiter nicht darum, da er dabei war, die Jagd mit einem Netz von Pürschsteigen und mit Hochständen zu versehen; er machte das ganz heimlich, um den Rechtsanwalt und den Baumeister damit zu überraschen, wenn die Jagd auf den Rehbock aufging.


Die Winterkrähe.

Damit hatte es aber noch lange Zeit, denn mittlerweile war es Dezember geworden. Es war ein harter Winter und der Bauer mußte mit dem Steigemachen in der Wohld und durch die Dickungen aufhören, denn die Tage waren zu kurz und die Wege zu weit.

Auf dem Felde und im Hofe gab es nichts zu tun, Lembkes ging er aus dem Wege, Suput war den ganzen Tag beim Vorsteher, weil der Knecht beim Holzabfahren Unglück gehabt hatte und mit einem Gipsverband liegen mußte, der Schulmeister hatte sich eine Frau genommen und saß vor dem Honigtopfe, Freimut kam ganz selten, da er mehr zu tun hatte, als ihm lieb war, und der Baumeister reiste in Ägypten umher.

So war Volkmann meist allein, und wenn er auch ab und zu losging, um für den Anwalt einen Küchenhasen zu schießen oder einen Marder auszutreten und an der Beeke die Enten zu beschleichen, er hatte doch mehr freie Zeit, als ihm gut war. Er packte die Bücherkisten des alten Volkmann aus und stellte die Bücher wieder auf, aber zum Lesen hatte er wenig Lust.

Wie die grauen Winterkrähen mit den schwarzen Flügeln, die aus dem Osten kamen, sich längs der Landstraßen in der Haide umhertrieben und über den Dächern des Dorfes quarrten, so flogen aus den entlegenen Gegenden seiner Erinnerung, in die die gute Jahreszeit kaum anders als im Traume gekommen war, die grauen Gedanken herbei und schlugen mit ihren schwarzen Flügeln um ihn her.

Stundenlang konnte er dann, wie er es von drüben gewohnt war, mit dem Kopfe auf der Hand auf dem Bette liegen, rauchen und in den Beilegeofen sehen, der seine Dönze erwärmte. Als er im Blockhause lag, waren Lebleu, der alte Indianer, und Quivive, der Schweißhund, bei ihm gewesen.