Gesprochen hatte Lebleu wenig, wenn er, den Kopf mit den spärlichen Kinnhaaren auf den Knien, dasaß, rauchte und in das offene Feuer sah, während draußen die Uhus schrien und die Wölfe vor Hunger heulten, bis Quivive zur Türe hinausfuhr und sie fortbrachte; aber er hatte doch ein Herz neben sich gehabt, das an ihm hing.

Denn der Alte liebte ihn, liebte ihn mehr als sein Weib und seine vierzehn Söhne, die als Holzhauer, Flößer und Fallensteller sich und die Ihren durchbrachten, denn er, den die Händler und Wirte siebenzig Jahre um den Ertrag seiner Jagdbeute betrogen hatten, hatte in Volkmann zum ersten Male einen weißen Mann gesehen, der Halbpart mit ihm machte.

Er war hungrig und müde in das Blockhaus gekommen, hatte sich, ohne ein Wort zu sagen, neben das Feuer gekauert, hatte seine kalten Hände gewärmt und kein Auge auf das Wildpret geworfen, das in dem Kessel schmorte. Als aber der Trapper die Hirschkeule in zwei Teile schnitt und die eine Holzschüssel Lebleu hinschob, ihm Schiffszwieback hinlegte und Tee eingoß, da hatte der alte Mann gegessen, bis nichts mehr da war.

Dann setzte ihm Volkmann den hohlen Baumknorren hin, in dem er seinen Tabak aufhegte, und der Indianer nahm und rauchte und blies den Rauch durch die Nase. Endlich sah er seinen Gastgeber an, zeigte auf das kleine scharfe Beil, das er beim Eintreten aus dem Strick genommen hatte, mit dem er die alte Soldatenhose auf seinen dürren Lenden festhielt, und sagte:

»Ich armes Indianer, du reiches Allemand. Ich wissen Bär, du nicht. Ich Baum abhauen, du Bär schießen. Jetzt Lebleu schlafen.« Damit hatte er sich in ein paar alte Decken gewickelt.

Am anderen Morgen hatte er gegessen, als hätte er drei Tage nichts gehabt; dann waren sie mit dem Schlitten nach einem Bruche gegangen, bis der Indianer vor einem hohlen Ahorn stehenblieb, den Stamm ansah und sprach: »Ich Beil, du Gewehr, da Bär!«

Dann hatte er Schlag um Schlag getan, daß jedesmal ein breiter Span in den Schnee sprang, bis der Baum fiel, der Baribal seinen Kopf aus dem Loche steckte und Lüder ihm die Kugel antrug.

Von den vielen Dollarscheinen, die der Wirt des Holzfällerlagers für die Haut und einen Teil des Wildprets zahlte, gab der Trapper die Hälfte dem Indianer. Der sah ihn erst fassungslos an, steckte dann das Geld in seinen Tabaksbeutel und sagte: »Du gutes Freund; armes Indianer jetzt reiches Mann.«

Dann verschwand er und als er nach acht Tagen wiederkam, hatte er ein Mädchen bei sich, das ein Gesicht hatte, so freundlich, wie der Indianersommer, und dessen schwarze, mit Glasperlen durchflochtene Zöpfe ihm bis in die Kniekehlen hingen, und er hatte gesagt: »Altes Indianer schlechtes Gesellschaft für junges Mann; junges Weib besser. Altes Indianer jetzt Biber suchen und Skunks.« Und er war in dem Schneegeriesel untergetaucht.

Margerit aber hatte das Feuer geschürt, Schnee zum Tee geschmolzen, Wildpret in Scheiben geschnitten und abwechselnd mit Speckfladen auf einen Stab gezogen, die Holzteller abgewaschen, die Messer geputzt, Brot hingelegt, und dann hatte sie sich vor das Feuer gekauert und den Bratspieß so lange über der Glut gewendet, bis Fleischschnitte um Fleischschnitte sich krümmte, und jede, die gar war, streifte sie herunter und legte sie dem Trapper vor. Als er ihr sagte, sie solle auch essen, sah sie ihn groß an und bediente ihn weiter.