Suput ging mit scheuen Augen an ihm vorbei und machte sich wegen seiner Schlechtigkeit allerhand Vorwürfe.
Die Erntezeit war für den Hilgenbauer ein Fest; er war von früh bis spät im Gange, arbeitete wie im Stundenlohn, aber je mehr er schanzte, um so heller wurden seine Augen, um so leichter sein Gang.
Ramaker sah ihm oft bewundernd nach und sagte zu Suput: »Es ist gerade, als wenn das, was anderen Leuten die Knochen krumm macht, ihn aufrichtet.« Suput nickte nur, denn vor Ramaker hatte er Angst.
In der Zeit, als über den Hilgenbauer im Kruge einmal dreckig geredet wurde, hatte Ramaker ihm auf dem Heimwege gesagt: »Du bist auch so'n Ducknackscher; die halbe Arbeit hat er für dich getan, und jetzt sitzest du da und sagst nichts dagegen, was die andern reden. Mit dem Munde bist du ja mehr als fromm, aber das macht es nicht allein. Und für solche Leute bedanke ich mich schönstens.«
Aber nicht allein die Arbeit machte den Hilgenbauer frisch und fröhlich, sondern zumeist der Umstand, daß er sich zu einer Frau aussprechen konnte, der er zugetan war.
So lächerlich die riesige Frau mit dem gewaltigen Leibe und dem winzigen Haarknoten auch auf den ersten Blick wirkte, zumal, wenn sie mit ihrer dünnen Kinderstimme anfing zu sprechen, sie hatte ein Herz von Gold und Verstand für dreie.
Nichts machte ihr mehr Vergnügen, als aufzutischen; ihre größte Freude war, wenn sie irgendwo helfen konnte, und bei jedem Wochenbette und in jedem Krankenzimmer war sie anzutreffen.
Mut hatte sie wie ein Mann. Damals, als das Gerede über Volkmann im Kirchspiele umging, hatten nach der Kirche in der Wirtschaft mehrere Bauernfrauen auf ihre Männer gewartet, die wegen des Moorkanals noch eine Besprechung hatten, und da war es über Volkmann hergegangen.
Mit einem Male hatte Frau Garberding gesagt: »Es war bislang hier nicht Landesbrauch, gleich nach der Kirche seinem Nächsten gegen den Rock zu spucken. Und was den Hilgenbauer anbetrifft: hätte der Herr mir Kinder beschert und es wäre eine mannbare Deern dabei, und der Hilgenbauer würde sie zur Frau verlangen, Garberding und ich würden mit Freuden unser Jawort dazugeben.