So richtete denn Volkmann das Häuslingshaus her, in dem bislang die alten Lembkes gewohnt hatten, Frau Garberding steuerte aus ihrem Wäscheschrank Ramaker aus, und Ende Februar konnte gefreit werden.
Die junge Frau war freundlich und fleißig und nahm es mit Freuden an, daß sie das Wohnhaus mit in Ordnung hielt und dort gleich für alle kochte und der Einfachheit wegen aßen die drei Leute da meist miteinander. Auch abends blieben sie oft zusammen, falls Volkmann nicht Frau Garberding besuchte, und er las dann seinen Leuten aus irgendeinem guten Buche vor, bis es Schlafenszeit war.
So verging der Winter in Ruhe und Frieden und der Bauer hörte keinmal mehr das Fuchteln der schwarzen Flügel vor seiner Stirn, zumal er in seiner freien Zeit an einer naturwissenschaftlichen Arbeit schrieb und nebenher die Geschichte der alten Bauerngeschlechter von Reethagen, Breeden und Schedensen zusammensuchte.
An einem schönen Sonntag vormittag im April saß der Bauer mit einem Buche in der Hainbuchenlaube und sah dem Eichelhäher zu, der zwischen dem Holze und dem Grasgarten hin und her flog, weil er im Garten Hühnerfedern suchte; er hatte den Vogel gern, der im Walde zwar das Wild vor dem Jäger warnte, dafür diesem aber auch den Fuchs und den Bock meldete und dem die Bauern deshalb den Namen Markwart gegeben hatten. Er ergötzte sich an dem bunten Narren, der mit gesträubter Holle auf dem Rasen umherhüpfte und sich fortwährend scheu umsah, als wären ihm die Federn nicht gegönnt.
Plötzlich duckte er sich, kreischte auf und strich ab. Schritte kamen über den Steinweg, die Pforte klinkte auf, und als der Bauer aufsah, kam der Vorsteher mit freudigem Gesichte auf ihn zu und streckte ihm beide Hände entgegen:
»Du sollst auch vielmals bedankt sein, Lüder,« rief er und schüttelte Volkmann die Hände, »für den vielen Beistand, den du mir geleistet hast. Das muß ich sagen: es ist alles so in der Reihe, als wenn ich selber da war. Suput sagte: »Ja, der, der ist jetzt ein ganzer Bauer.« Na, und Suput macht schon allerlei Ansprüche.
Na, und dir geht es gut, das sehe ich, und mir auch, wenn ich auch wohl niemals wieder der Kerl von früher werde. Jetzt heißt es Schritt fahren, wenn ich über den Berg kommen soll. Mein seliger Vater hat es auch an der Lunge gehabt, und hat mit vierzig von uns fort müssen.
So, und wenn du kein besseres Mittag hast, dann möchtest du zu uns kommen; ich habe aus Hannover einen ganz gefährlichen Kalbsbraten mitgebracht, und Trina sagt, den kriegen wir allein nicht auf.
Hier hast du übrigens auch alles gut im Stande; nun fehlt bloß noch eine glatte Frau und denn ist alles richtig.«