Der Anwalt lachte: »Ja, die Liebe, sie hat mich zur Strecke gebracht, mich, den letzten der Mannen von Niefelheim, der die alte gute Sitte hochhielt und als dreimal destillierter Junggeselle einsam hinter dem Biertopf saß, wenn die anderen den Hausschlüssel nicht bekommen konnten. Nun barst auch diese letzte Säule, verödet ist die Stätte, wo das schöne Lied von den Brummelbeeren so oft erklang, denn jedweden Abend mache ich jetzt bei meiner Braut hübsch.

Hier ist sie.« Er zog ein Bild aus der Tasche. »Hildegard heißt sie, hat ein Haus mit einem Garten drum herum und auch sonst noch Vorzüge mannigfacher Art, vor allem den, daß sie beinahe so lang wie Schreiber Diese ist.

Mensch, nun mußt du auch noch heiraten, und ein Mädel, das auch von deinem Kaliber ist, und dann können wir singen: Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt!

Bis Montag habe ich Urlaub, denn meine Hilde ist nach ihrer Tante gefahren, und ich will jetzt einige Hasen erschlagen.«

Als er von Ramaker hörte, daß sein Freund Vorsteher geworden war, schlug er auf den Tisch, daß es knallte, küßte Lüder ab und schrie: »Bei meinem Barte! Die Bauern hier sind noch klüger, als ich dachte. Donnerhagel noch einmal, werde ich aber mit dir protzen; mein Duzfreund, der Vorsteher!

Denn, mein Lieber, wenn du dich auch sträubst, wie ein Borgfarken, zu meiner Hochzeit mußt du kommen. Es werden nur tüchtige Kerle und schöne Frauen und Mädchen eingeladen, und die Kirche soll voll von Maibäumen sein, daß es darin aussieht wie in der Lüneburger Haide, wenn die Dullerchen singen. Und meine zukünftige Hausehre hat dir schon eine Tischnachbarin ausgesucht, die schönste, die es auf der Welt geben soll von allen, was seine Haare in Flechten trägt.

So, und nun wollen wir los; mir kribbelt es im Drückefinger und ich will morgen Hasenpfeffer so essen, wie es sich gehört, und nicht solchen labberigen Bratenabfall, den sie einem in den lackierten Herbergen als das auftischen.« Und er sang mit seinem Bierbasse: »Auf und an, spannt den Hahn, lustig ist der Jägersmann!«

Die Wintermonate sprangen Volkmann unter den Fingern fort, soviel Arbeit brachte ihm das Vorsteheramt. Die Arbeit machte ihm aber Freude, denn er lernte viel dabei und konnte allerlei Gutes wirken.

Ohne daß sie es merkten, brachte er den Bauern Verständnis für die Schönheiten der Landschaft bei, rettete den alten Wahrbaum vor dem Dorfe, der der Straßenverbreiterung weichen sollte, ließ die beiden Steingräber in der Haide, die zu Brückensteinen zerschossen werden sollten, für ewige Zeit schützen und verhinderte es, daß allerlei überflüssige Vereine sich bildeten und das dörfliche Leben städtisch machten.