So, hier hast du eine Zigarre; ich ziehe mich um und dann gehen wir zum Promenadenkonzert. Hast du mir auch einen Veilchenstrauß mitgebracht? Ohne Veilchenstrauß geht hier keine anständige Braut zum ersten Male mit ihrem Bräutigam über die Straße.«
Sie klapperte mit ihren Holzpantoffeln den Steinweg hinunter, und Lüder sah ihr nach, bis sie hinter dem dunklen Eibenbusch verschwand. Dann sah er seine Schuhe an, seinen Anzug, seinen Hut und schüttelte den Kopf, denn er meinte immer noch, daß er träumte. Er fütterte die Buchfinken mit Krümchen, streute den Goldfischen zerriebene Brotrinde in das Becken und ging schließlich ungeduldig auf und ab, bis ihm ein langer Aktenumschlag vor die Füße flog, auf dem zu lesen war: »An den Herrn Gemeindevorsteher Volkmann, genannt Hilgenbur zu Hilgenhof bei Reethagen dahinten in der Haide,« und in der linken Ecke stand »Kußpflichtige Dienstsache«, und in dem Briefe »Im Rosengarten will ich deiner warten, im grünen Klee, im weißen Schnee.« Da ging er um das Haus und sah sie ganz in weiß auf dem Rasen zwischen den Rosenstöcken stehen.
Er gab ihr den Arm und ging mit ihr erst in einen Blumenladen, denn auf ihren Veilchenstrauß bestand sie, und dann am Promenadenkonzert vorbei zum Walde; und alle Leute sahen ihnen nach, ihm die Frauen und ihr die Männer.
Aber sie sahen von den Menschen nichts und von der Musik hörten sie auch nicht viel, denn Lüder sagte: »Weißt du, Holde, wie mir zu Sinne ist? Als gingen wir über die Haide und alle Haidlerchen sängen.«
Sie nickte: »Übermorgen sollen sie das: ich will den Hilgenhof sehen!«
Der Fasan.
Die Hochzeit fand am Tage der Sommersonnenwende statt; sie wurde bei Garberding gefeiert.
Die beiden alten Leute hatten sich erst ein bißchen verjagt, als Lüder mit Holde vorgefahren kam, denn sie meinten, sie würde sich nicht in die bäuerische Art schicken.