Volkmann meinte, das ließe sich wohl hören, es sei nur fraglich, ob ein Rheinländer sich bei ihnen eingewöhnen werde. Als er nachher mit Freimut durch das Bruch ging, um ihm zu zeigen, wo der Bock stand, traten sie ein beflogenes Gesperre Fasanen heraus, und da sagte Freimut: »Siehst du, du meintest zuerst, die Fasanen würden verstreichen; dieses hier aber ist das sechste Gesperre, das wir jetzt haben. Meinst du noch, daß Hermann Tormann sich hier nicht hineinfinden wird?«
Er behielt recht; Hermann Tormann kam angereist, als ihm geschrieben wurde, er solle unter Umständen den Hof haben, doch müsse er erst ein Jahr Knecht auf dem Hilgenhofe sein, was er ganz richtig fand. Er war allerhand anders gewöhnt, aber er fand sich schnell in die landesübliche Weise, und da er freundlich und von sinniger Art war, stellte er sich gut mit den jungen Leuten aus dem Orte, mit denen er aber nicht viel zusammenkam, da er von sich aus keine Wirtschaften besuchte.
Als das Jahr um war, rief der Bauer ihn in die Dönze. »Du bist mir ein guter Knecht gewesen, Hermann,« sagte er, »dein Jahr ist um und hier ist der Lohn, den du noch zu bekommen hast. Morgen fährst du nach Hause und holst deine Mutter und deine Schwestern; unterdessen trete ich dir den Tormannschen Hof ab, das heißt nicht ganz. Du weißt, die Koppeln im Rodewischen sind so abgelegen, daß sie immer verpachtet werden mußten; die will ich Ramaker als Anbauerstelle geben. Er hat die Jahre so viel für mich getan, daß ich das mit Geld gar nicht gutmachen kann. Und jetzt, Tormannsbur, hier ist der Stock vom alten Garberding, den er immer trug und den ihm sein Schwiegervater gab; der ist jetzt dein, und das Zeichen darin, das ist jetzt deine Hausmarke. Und nun reise gut und grüße deine Mutter und die Schwestern.«
Es dauerte einen Monat, ehe Tormann zurückkam, denn, wie er schrieb, mußte seine Mutter erst ihr Häuschen mit dem bißchen Land und den Hausrat zu Geld machen, ohne es zu verschleudern. Es war so, wie Freimut gesagt hatte; die Frau und ihre Töchter gefielen Volkmann von Anbeginn; sie machten keine großen Worte, aber man sah es ihnen an den Augen an, wie glücklich sie waren.
Am allerseligsten aber waren Ramakers. Der Häusling sagte gar nichts, als ihm der Bauer den Besitzschein für die Anbauerstelle übergab; er wurde weiß um die Nase und setzte sich auf den Hackklotz. Aber als er sich etwas erholt hatte, war sein erstes, daß er fragte: »Wo willst du jetzt aber einen neuen Häusling herkriegen?«
Seine Frau saß auf der Deele auf der Eimerbank und lachte und weinte durcheinander. »Denn,« sagte sie, »mit Lustigkeit alleine komme ich darüber nicht weg.«