Doch das sieht man nur so beiwege. Weiter, weiter, bis dahin, wo die bunte, glitzernde, flimmernde, glimmernde, schimmernde Wagenburg sich staut vor dem dunklen Holz, da stockt der Menschenstrom.

Ein Schrei aus tausend Kehlen hallt über die Wiesen: »Der Kujel!« Alle Hälse drehen sich, alle Gläser fahren herum. Da trollt der Basse aus dem Busch, wird flüchtiger, verschwindet, taucht wieder auf, jetzt schon hochflüchtig, taucht wieder in den Büschen unter.

Drei rote Punkte tauchen auf, tanzen über die gelben, glitzernden Wiesen, als triebe der Wind Mohnblumenblätter dahin. Ein Ruf, ein tausendstimmiger: »Die Sau,« und ein tausendstimmiges Lachen; es war ein Krummer, der in rasender Flucht vor den Lanceuren dahinfährt.

Aber das ist er! Auch nicht! Ein schwarzes Reh. Dann ein graues, vier, fünf, ein ganzer Sprung. Und jetzt flirren schwarzweiße Punkte vor den drei rotröckigen Reitern auf, zehn, zwölf, fünfzehn Birkhühner streichen auf die Wagenburg zu, drehen ab und sausen nach Kaltenweide hin.

Weiße Flecke vor den drei Reitern, kaum sichtbar: die Hunde. Dann ist alles verschwunden, da, wo der Basse das Holz annahm. Jetzt heißt's warten. Die Luft über dem Bruch flirrt und flimmert, die Sonne sticht, unter allen Hüten rieselt es naß herab.

Tausend Gesichter machen eine Wendung nach rechts. Da kommt es den Damm entlang, eine lange, bunte, flimmernde Masse, Blau, Braun, Rot, Weiß, Schwarz, Grün, Feuerrot. Aber Feuerrot am meisten: das Feld! Und darauf wimmelt eine schwarzweißgelbe Masse, wedelnd, hechelnd, zerrend: die Meute.

Immer näher kommt der bunte Troß. Bunte Uniformen, schwarze Samtkappen, braune Gesichter, glatte Pferdehälse, leuchtende Lackstiefel, schimmernde Reithosen und große blaue, grüne, rote, schwarze, feuerrote Flecken. Aber letztere am meisten.

Hunderte von Hufen lassen den anmoorigen Boden dröhnen, hunderte von Sätteln knirren und knarren, hunderte von Nüstern schnaufen und schnauben. Wie ein langer, bunter, vielhundertgliedriger Tausendfuß kommt es heran und donnert vorbei.

Und jetzt löst sich von ihm eine krimmelnde, wimmelnde, weiße Masse ab; die Meute wird zur Fährte gelegt. Wie ein einziges Ding hält sie die Fährte, taucht hier auf, verschwindet da, kommt wieder zu Blick und ist wieder weg. Hinter ihr her stiebt das bunte Feld in einem schimmernden Regen, den die Hufe emporwerfen.

In die Wagenburg kommt Leben. Es geht dem Felde nach. Radler und Fußgänger hinterdrein über Gräben und Pfützen, mitten durch das halbgefrorene Bruch, mit hochgenommenen Röckchen, gierigen Augen, roten Gesichtern.