Ein Rehbock, der Wind von ihnen bekommen hatte, schreckte laut. Das Mädchen fuhr zusammen.

»Ein Segen, daß du bei mir bist, Göde, was hätte ich mich sonst verjagt. Letzte Nacht, als die Eule so losprahlte, bekam ich es mit der kalten Angst.«

Göde streichelte ihr die Backen: »Bei der diesigen Luft wird die Eule heute Nacht wohl wieder den Hals aufreißen. Da ist es wohl besser, ich komme in deine Kammer mit, damit du dich nicht wieder so verjagst. Soll ich, Meta?«

Das Mädchen legte den Kopf gegen seine Brust und nickte.

Da faßte er sie um und küßte sie, daß sie stöhnte und sagte nur: »Meta!«

Und von da ab trug er sie mehr als daß sie ging, denn ihr war, als wenn sie keine Kraft in den Beinen hätte.

Als er am andern Tage zur Morgenzeit kam, sah seine Mutter mit einem Blick, daß er anders war als am Tage vorher. Als sie dann nachher Meta allein in der Dönze traf, nahm sie sie in den Arm, gab ihr einen Kuß und sagte: »Hör' mal, wie der Junge heute flötjet! Das hat er seit Wochen nicht getan.«

Göde aber ging über den Hof, hatte blanke Augen und ein schieres Gesicht, wie lange nicht, und flötete wie ein Scherenschleifer den Walzer, den er gestern mit Meta getanzt hatte.

Die Großmagd sagte zu dem Großknecht: »Hermen, hör bloß, was er flötjet!«