Sie trug eine große Angst mit sich herum und wollte es keinen Menschen merken lassen, vorzüglich ihren Mann nicht, der sich schon Sorge genug um sie machte.

Sie konnte kaum gehen, so waren ihre Füße geschwollen, und jede Nacht hatte sie Atemnot und Herzspann.

Es war eine stürmische Nacht im Christmond, als der Bauer in die Dönze seines Sohnes kam und rief: »Gotthard, steh schnell auf, du mußt nach Lichtelohe, den Doktor holen; unsere Mutter ist mir eben weggeblieben.«

In diesem Augenblicke ging auch nebenan die Tür und Meta rief: »Ich komme auch schon.« Der Bauer nickte ihr zu: »Ja, tu' das, Mädchen.«

Als sie in die Ehedönze kamen, war die Bäuerin schon wieder bei sich. Meta machte ihr einen Umschlag und sagte: »Ohm, geht ihr man in meinem Bette schlafen; ich will hier bleiben. Ich weiß besser damit Bescheid.«

Eine halbe Stunde schlief die Bäuerin ruhig, dann schoß sie in die Höhe und flüsterte: »O, Gott, was hab' ich für'n Herzspann!«

Meta machte ihr einen frischen Umschlag und rieb ihr die Füße, aber es dauerte lange, ehe der Anfall fortging.

Nach einer Weile sagte die Bäuerin: »Steck das Licht wieder an, mir ist im Düstern angst!« Das Mädchen erschrak, denn der Krüsel brannte ganz hell.

Dann flüsterte die Kranke: »Meta, Kind, ich muß nun doch fort von euch. Sei still, ich weiß es besser! Göde und du, wenn ich das noch belebt hätte! Aber wenn ich nur weiß, daß ihr euch kriegt. Meta, du wirst ihm eine gute Frau sein. Er ist einer von der wilden Art. Alle Hehlmanns mit elf Fingern und zwei Wirbeln waren so. Sie waren alle gut, bloß so wild. Ich glaube, du und er, das ist das Richtige.«