Vom Hehlenbruche her zog ein Wetter herauf; es donnerte schon. Der Wind machte sich auf und stieß die Fuhrenzweige zusammen, und aus der großen Wolke blitzte es ein über das andere Mal. Immer schneller kam das Wetter herauf; die Kuhtauben flogen zu Holze, daß es klingelte.

»Was das bloß ist, daß ich von ihm nichts höre und sehe,« dachte er, und dann überlegte er, ob er nicht nach der anderen Seite gehen sollte. Aber das war gegen die Abmachung, denn jeder sollte für sich seinen Weg gehen und bei dem Immenschauer auf der Brandhaide wollten sie sich treffen.

Es wurde immer schwärzer in der Luft; aus dem Winde wurde ein Sturmwetter, es goß wie mit Mollen und blitzte und donnerte durcheinander.

Als es gerade hell leuchtete, war es ihm, als ginge ein Mann über die Blöße, aber bei dem nächsten Blitz konnte er nichts mehr wahrnehmen, und so machte er schließlich, daß er weiter kam.

Gerade als er sich umdrehte, schien es ihm, als wenn er eine Stimme durch das Brausen hörte, und der nächste Donner klang ihm bald wie ein Schuß; er sah noch einmal über die Blöße hin, aber als da nichts war, kroch er durch die Dickung, sprang in guter Deckung über den Grenzgraben und kam gerade beim Immenzaun an, als das Wetter nachließ.

Obzwar er durch und durch naß war, wartete er noch eine halbe Stunde, als es ihn aber gar zu sehr schudderte, ging er nach dem Hofe.

Klas war nicht da. »Er wird wohl bei dem Wetter gleich nach Hause gegangen sein, naß wie er war.« Damit beruhigte er sich.

Als er am anderen Morgen bei fünf Uhr nach den Ställen ging, kam der Kleinknecht vom Voßhofe angelaufen. »Die Frau läßt fragen, wenn der Bauer die Nacht über hier geblieben ist?«

Hehlmann lief es kalt über. »Ist er denn die Nacht nicht inne gewesen?« fragte er.