Er nahm sie wieder in den Arm und sagte: »Es ist nicht wegen mir, aber du bist zu schade dafür.«
Sie drückte ihn an sich: »Schade, was ist schade? Soll ich warten, bis ich alt und kalt bin? Was sein muß, das muß sein.«
Seitdem lebte er wieder mehr auf; die neue Heimlichkeit nahm die alte weg, und er hatte jetzt wieder einen Menschen, zu dem er vertraulich sprechen konnte.
Seitdem das erste Kind gekommen war, schlief er wieder für sich und so war es ihnen leicht gemacht, zusammen zu sein.
Manches Mal kam es ihm vor, als wenn die Bäuerin etwas merkte, aber sie sagte nichts. Zuerst war er froh darüber, aber hinterher kam er sich schlecht vor.
An einem Sonntag war er ganz allein mit Anna auf dem Flett und sie saß auf seinen Knieen. Vor lauter Alberei hatten sie gar nicht auf die Zeit gepaßt und so kam es, daß die Bäuerin die Halbtür aufstieß. Sie drehte sich sofort um und rief der Kleinmagd zu: »Sieh gleich mal nach, ob Eier da sind; wir wollen Pfannkuchen backen.«
Nachher war sie so, als ob sie nichts gesehen hatte, nur daß sie den ganzen Abend nicht aufsah.
Hehlmann konnte die Nacht nicht schlafen; er schämte sich vor seiner Frau. Hätte sie Schande gemacht, dann wäre ihm sein Unrecht nicht so aufgestunken.
Am Morgen ging er der Magd in den Stall nach. Sie schlug die Augen unter sich, als er kam, und er sah, daß sie ganz blaß war. Ihr ging es nicht anders, als ihm.