Miken war jetzt wieder in Celle; der rote Schmidt hatte sie da getroffen. Er hatte Lusten, sie einmal wieder lachen zu hören. War es auch ein schlechtes Mensch, traurig konnte man bei ihr nicht sein.
Hehlmann überlegte. Von hier bis zum Piewittskruge war es eine kleine Viertelstunde. Jawohl, das machte er! Der Krüger konnte ihn nach Celle fahren und auf dem Hehlenhofe Bescheid sagen lassen.
Mit großen Schritten ging er durch das Bruch; die Postbüsche sahen in der Abendsonne so rot wie Blut aus. Die Mooreulen stiegen auf und ab und schrieen, in der Luft waren der Bewerbock zu Gange und die Birkhähne balzten, daß es eine Art hatte.
Rund und rot kam der Mond hinter der Wohld in die Höhe; Hehlmann meinte, so groß und rot hätte er ihn noch kein Mal gesehen. Die Enten strichen hin und her, die Rehe standen im Nebel, und in der hohlen Grund rief der Moorochs.
Jetzt war mitten in dem Mond querüber ein schwarzer Strich und darunter noch einer, und auf einmal waren es zwei Augen und Nase und Mund, und ein ganzes Gesicht war es, und das lachte. »Das sieht ja putzwunderlich aus,« dachte er und dann trat er über die Straße und stieß die Türe zum Piewittskruge auf.
Da war lustiges Leben; der rote Schmidt war da und der wilde Meyer und Pohlmann und Schwen und Scheele und Drewes und Lühner auch. Sie saßen um den runden Tisch, tranken Wein und spielten Karten.
Die Krugwirtin machte blanke Augen, als der Hansbur eintrat. Sie rückte ihm den großen Stuhl hin und daneben noch einen für ihre Nichte, ein hübsches Mädchen mit grallen Augen.
Es dauerte nicht lange, da war Hehlmann in seinem Fahrwasser; er bestellte vom besten, was im Keller war, warf eine Hand voll Taler auf den Tisch und schrie: »Nun wollen wir mal wie große Männer spielen und nicht um Bohnen und Pfennige!«
»Das soll ein Wort sein,« rief der wilde Meyer, und das Spiel ging los. Als sie eine Stunde gespielt hatten, war Hehlmann sein ganzes Geld los. Er hatte viel getrunken, denn die Aufregung mit dem Pferd und das schnelle Gehen hatten ihm Durst gemacht, und so rief er dem Wirt, der auf einen Augenblick in die Stube kam, um Zigarren zu holen, zu: »Gib mal 'ne Hand voll Taler her!«