Das tat der liebendgern, denn es war eine Ewigkeit her, daß der Hansbur sich dort hatte sehen lassen, und der Krüger war froh, daß er ihm gefällig sein konnte.
Ehe das Spiel weiterging, hielten sie Uhlenvesper; Hehlmann aß, wie er lange nicht gegessen hatte. Da die Wurst scharf und der Käse alt war, so trank er tüchtig dabei und es dauerte nicht lange, da hatte er die Alma auf dem Schoße sitzen.
Das war ein Mädchen wie ein Baum und obzwar sie noch jung war, verstand sie doch schon gut mit Männern umzugehen, so daß der Hansbur ganz vergaß, daß er nach Celle zu Miken fahren wollte. Er nannte sie seine Coeurmadam und sie ihn ihren Herzbuben und sie nickte, als er ihr ins Ohr flüsterte: »Wenn die anderen man erst weg wären.«
Sie gingen auch, denn sie rochen Lunte, aber sie gingen erst, als er auch das Geld, das er von dem Krüger entlehnt hatte, quitt war, und da saß er denn mit der Alma auf der Faulbank, bis die Frau in den Keller ging, um Wein zu holen.
Sie blieb lange aus, und als sie wieder kam, plinkte sie ihrer Nichte zu, und die verstand und trank ihrem Herzbuben so oft zu, bis eine Buddel neben der anderen bei dem Ofen stand.
Als Hehlmann einige Tage später zum Piewittskruge ging, um seine Zeche glatt zu machen, die alles in allem so fünfzig Taler ausmachte, gefiel ihm die Alma kein bißchen mehr; sie hatte ausverschämte Augen und ihre Stimme hörte sich gewöhniglich an. Er blieb darum auch nicht lange und ließ sich nicht wieder sehen.
Er hatte sich den anderen Tag weiter keine Gedanken gemacht, wie damals, als er Vodegel den Blaurand in das Maul geschlagen hatte, denn er sagte sich: Geschehen ist geschehen! Aber er sagte sich auch, daß er bei den Leuten keine Achtung mehr haben würde, wenn es herumkäme, wie er es getrieben hätte.
Als seine zweite Tochter ihn eines Abends in den Arm nahm und ihm einen Kuß gab, da fiel ihm ein, daß er mit demselben Munde das Frauenzimmer im Piewittskruge geküßt hatte und die Wirtin auch; und die waren für jeden da, der Geld auf den Tisch warf.
So beschloß er denn, nie wieder einen Fuß in den Krug zu setzen und hielt Wort.