Als die Bäume schon mehr gelbe Blätter bekamen, meinte Dickkopp, jetzt sei es Zeit, zum Süden zu reisen, erst nach der Pfalz, wo jetzt die schönen Trauben reif wären, dann nach Italien und Spanien, vielleicht auch nach dem Balkan, und bei gutem Wind auf eine Mittelmeerinsel. Watscheline war es zufrieden; den letzten Winter, der sehr milde gewesen war, waren sie im Lande geblieben, aber sie hatten es bereut, denn es regnete viel, und wenn einmal Frost und Schnee einsetzte, dann sah es mit der Beköstigung recht mäßig aus. Aber sie meinte, sie müsse erst noch einmal nach der Wohnung sehen, und Dickkopp stimmte zu. So flogen sie denn zu ihrer Gartenvilla.
Schon von weitem sahen sie ihr Häuschen im halbkahlen Baum zwischen den blaubereiften Zwetschen. Als sie aber näher kamen, saß ein dicker, frecher, alter Spatz darin und tat so, als ob er immer darin gewesen wäre. Dickkopp als diplomatisch veranlagter, besonnener Mann setzte sich oben auf das Dach und sah sich den frechen Kerl von diesem höheren Standpunkte aus an, überlegend, was da zu machen sei. Watscheline aber fuhr wie wild auf den Eindringling los.
»Sie, was soll das heißen? Was fällt Ihnen denn ein? Was machen Sie da?«
»Ich sitze hier, wie Sie sehen,« sagte der Spatz, und seine Augen funkelten höhnisch.
»Solche Unverschämtheit,« zeterte Watscheline los, »er sitzt da in anderer Leute Wohnung. Machen Sie, daß Sie herauskommen, oder ich bringe Ihnen Manieren bei.«
»Sie haben ja selber keine übrig,« ödete der Sperling, »behalten Sie das bißchen man alleine; ich will Sie nicht berauben.«
»Mann, Vater,« schrie Watscheline, »hast Du gehört? Das ist doch zu frech! So ein Prolet! Schmeiß ihn heraus, Dickkopp!«
»Dickkopp ist gut,« sprach der Spatz, »Dickkopp ist schön, Dickkopp kann so bleiben.«
»Lümmel!« dachte Dickkopp, aber da er wußte, daß mit solchem Asphaltproleten schlecht anbinden ist, versuchte er es erst mit Güte.