Gomphus vulgatissimus L.

Hinter dem Galgenberge, der jetzt den Kirchhof trägt, erweitert sich der See zu einer breiten Bucht, die von dichtem Röhricht umschlossen ist.

Am Strande entlang wächst erst Riedgras und Schilf, mit Kalmus, Froschlöffel, Schwertlilie, Igelkolben und Bandgras durchmischt.

Dann beginnt das Kolbenrohr und dahinter das Rohr, und wo das Rohr aufhört, breitet sich die Seerose aus, bis endlich Laichkräuter, von den dicken Pferdebinsen überragt, und Wasserhahnenfuß sich noch gegen Wind und Wellenschlag behaupten.

In der Mitte der Bucht haben die Fischer eine breite Schneise quer durch das Röhricht gehauen, und weil sie täglich hier auf und ab gehen und ihre Kähne landen, kann das Rohr hier nicht hochkommen, und so ist das Wasser frei. Sein Grund ist mit faulenden Rohrstengeln, toten Ästen und Binsenstücken besät, zwischen denen es von Bachflohkrebsen, Köcherwürmern, Egeln und Wasserkäferchen wimmelt.

Die vielen Wasserjungferlarven, die hier leben, Hunderte und Aberhunderte, brauchen sich nach Futter nicht weit umzusehen. Sind sie noch ganz klein, so schwimmen ihnen genug Wasserflöhe und winzige Eintagsfliegenlarven entgegen, und sind sie erwachsen, so haben sie an Flohkrebsen und Jungfischen Fraß in Hülle und Fülle. Faul und träge sitzen sie an dem toten Gezweig, auf den untergetauchten Binsenstücken und Rohrstengeln und warten, was die Bewegung des Wassers ihnen zutreibt.

Sie sind fast alle von derselben Art, nicht so kurz und so plump wie die Larven der blaubäuchigen Jungfer, die auf dem blauen Tone des offenen Strandes gleich hinter den letzten Häusern der Stadt leben, und nicht so schlank wie die Larven der Edellibellen, die weiterhin mit den Köpfen nach unten an den Rohrhalmen und an den Blattstielen der Seerosen hängen und auf Beute lauern.