Der Handwagen des frommen Taruttis, der so viel Unfrommes mit angesehen hat, ist ihm zurückgegeben. Statt dessen dient nun die Karre, die Jons vom Markte gebracht hat.

Das Torfloch trägt eine Eisdecke. Die wiegt sich und klingt, wenn man auf dem Moore daherkommt. Die Torfziegel, die Erdme alle selber gestochen hat, stehen in viereckigen Haufen geschichtet. Obwohl sie sie mit Rohr bedeckt hat gegen den Herbstregen, trocken sind sie noch immer nicht. Aber wenn man ihnen gut zuredet, brennen werden sie doch, und der Qualm geht zum Schornstein hinaus.

Ja, Kuchen! Wie der Jons des Abends nach Haus kommt, findet er die Stube so voller Rauch, daß von der Lampe gar nichts zu sehen ist. Und auf dem Bett liegt die Erdme kraftlos und hustet.

Aber die kleine Ulele, die jetzt immer dabei ist, lacht und sagt: „An den Rauch gewöhnt man sich wie ans Grundwasser. Oben ersticken wir, unten versinken wir und sind ganz lustig dabei.“

Und sie hat Recht gehabt. Bald weiß man kaum mehr, ob es raucht oder nicht, wenn man’s nur warm hat. Und das ist die Hauptsache.

Denn Tage brechen herein, so naß und so kalt, daß einem das Herz im Leibe erklammt, wenn man die Nase ins Freie steckt. Was schlimmer ist, der suppende Nebel oder der rotklare Frost, die fegenden Schneestürme oder der windstille Rauhreif, — man weiß es wahrhaftig kaum; nirgends friert man so wie hier auf dem Moor. Die Kälte auf der Spitze des Monte Rosa muß dagegen ein Kinderspiel sein.

Ein Glück ist, daß, noch ehe der erste Schnee kam, der Zufahrtssteg angelegt und mit kleinen Birken und Quitschen bepflanzt ist, sonst würde der Jons, wenn er in der Finsternis heimkehrt, nicht wissen, wo er abbiegen muß, so verstiemt ist alles in Weite und Breite. — Selbst das Fensterchen steckt manchmal tief unterm Schnee und muß am Morgen ausgeschaufelt werden, damit man weiß, daß es Tag ist.

Die Erdme geht nicht viel mehr ins Freie. Nur das Ferkelchen muß sie versehen, das prächtig gedeiht. Wenn man das schlachten dürfte, könnte man pökeln für Jahre. Aber so üppig leben wir nicht. Wir sind froh, wenn wir ab und zu einen Hering haben. Das Schwein wird, wenn es fett ist, an den Schlachter verkauft, und was dafür einkommt, bildet das Grundkapital für die künftige Kuh. Aber das sind noch Zukunftsträume. Fürs erste wollen wir mit der Ziege zufrieden sein.

Im Januar rückt sie an. Sie heißt Gertrud, frißt mit aus dem Schweinetrog und stößt, wenn man sie melken will.

Aber schließlich gewöhnt sie sich und gibt ihre Milch so großmütig her, wie nur eine kann, deren Haltung nichts kostet. —