„Und die Kinder?“

Natürlich die Kinder! Als ob es für alles, was Mutter ist, einen anderen Gedanken gäbe.

„Die nimmst du mit.“

„Und dann?“

Ja dann! Die dreihundert Taler, die sie mitgekriegt hat, die stecken hier in der Wirtschaft. Das Väterliche hat längst der Bruder. Wenn sie nun wiederkommt — ohne einen Groschen und ein Kind an jeder Hand, — wer wird sie aufnehmen? Betteln kann sie gehen.

Die Erdme denkt: „Wenn das Herz ihr nicht längst gebrochen wär’, würd’ sie schon durchkommen.“

Aber so! Wie Recht hat der Witkuhn gehabt! Auch die gehört zu den meisten, für die es zu spät ist.

Da hört die Erdme auf, in sie zu dringen, und denkt: „Dann werd’ ich sie also zu Tode trösten.“

Und das hat sie auch redlich getan. Ein Lungenhusten ist gekommen, und die Frau ist schwächer und schwächer geworden. Und erst, als gar nirgends mehr ein anderer Weg zu erblicken war als der, der auf den Kirchhof führt, da hat sie zu hoffen begonnen und hat Pläne gemacht. Der Smailus werde verkaufen, ihr zuliebe werd’ er verkaufen — genau so ist der Smailus! —, dann werden sie auf die Heide ziehen, und sie wird sich unter den Kadigbusch legen, wo es ganz warm und ganz trocken ist — und dann wird sie schlafen und schlafen — alle Angst und alle Müdigkeit wird sie ausschlafen.

Und darüber ist sie auch eingeschlafen. Aber es hat doch noch zwei Jahre gedauert. — —