In der Nacht nach dem Tode, so gegen Zwölfe, da gibt es ein Klopfen an Baltruschats Haus. Sie ziehen sich an. Der Nachbar Smailus ist da und weint dicke Tränen. Es ist ihm so graulich zu Haus, und ob sie ihn nicht behalten möchten bis gegen den Morgen.

„Da hast du’s, Nachbar,“ sagt die Erdme. „Erst konntest du’s nicht erwarten, und jetzt tut es dir weh.“

„Es ist nicht ums Wehtun,“ sagt er, „aber ohne Frau kann man nicht sein. Wer wird mir jetzt die Schweine futtern und die Kuh?“

„Ich denk’, die hast du schon lange gefuttert,“ sagt die Erdme.

„Das ist richtig,“ sagt er, „aber sie war doch da.“

Und er sitzt und sitzt und trinkt einen Schnaps nach dem anderen. Und langsam wird er beredt. Was man beim Nachbar Smailus so nennen kann.

„Ich darf mich ja nicht beklagen,“ sagt er, „denn das Sprichwort heißt: ‚Der Bauer hat Glück, dem die Pferde stehen und die Frauen sterben.‘ Pferde hab’ ich ja keine, aber von Frauen ist mir nun schon die dritte gestorben. Also hab’ ich doch Glück. Aber so was ist leicht gesagt. Denn wo krieg’ ich nun gleich die Vierte her?“

„Damit hat’s ja noch Zeit,“ tröstet die Erdme. „Laß sie doch erst unter der Erde sein.“

„Nein, damit hat’s keine Zeit,“ entgegnet er. „Die Trauerfrist werd’ ich schon abwarten. Das versteht sich. Aber man muß sich doch umsehen. Und so eine, wie meine Dritte war, die findet sich nicht leicht. So sanft von Gemüt, und dreihundert Taler. Die hat mir auch noch die Ulele besorgt. Aber wo ist jetzt die Ulele?“

„Die Ulele ist doch leicht zu erreichen,“ sagt die Erdme. „Die hat ja noch unlängst Wein geschickt zur Stärkung und Ölsardinen.“