Und sie spricht sogar Litauisch. Nie hat man solch eine Dame Litauisch sprechen gehört. Es geht zwar etwas humplig, aber es ist doch noch Litauisch.

Sie fragt gleich nach allem: „Wo ist der Vater? Wer macht den Sarg? Wer trägt mir Koffer und Kranz auf den Wagen?“

Einen Kranz hat sie mitgebracht mit dreißig Lilien, und es ist doch noch Winter.

Dann wünscht sie sofort zum Tischler Werdermann zu fahren, um den Sarg zu besehen. Und zum Fleischer Steil und zur Schmidtschen Destillation wegen des Leichenschmauses.

Sie befiehlt und wirft das Geld hin, und alles ist da.

Das ist die Ulele.

Aber stolz ist sie eigentlich nicht.

Noch ehe die Begräbnisgäste kommen, hat sie all ihre Schleier abgetan und sieht nun in dem langen, schwarzen Kleide gar nicht viel anders aus als eine Deutsche auf dem Szibbener Kirchhof.

Und wie die Erdme sie fragt, warum sie das tut, da sagt sie: „Ich bin ein dummes Kalb gewesen. Ich hab’ mich von euch bewundern lassen wollen, und darum hab’ ich mir all das Gefunzel gekauft. Aber jetzt schäm’ ich mich recht vor eurem bißchen Armut.“

Und sie streichelt der, die im Sarge liegt, die gelben, knöchernen Hände und sagt: „Die hab’ ich allein auf dem Gewissen.“