„Wieso?“ fragt die Erdme.

„Sie hat ja niemals zum Vater gewollt, und nur auf mein Zureden ist sie gekommen.“

Während der Leichenfeier hält sie die Kinder auf dem Schoß und wischt ihnen die Näschen, aber sie sorgt auch für den Vater, daß der in seinem Kummer nicht nach hinten geht und zu viel trinkt. Und jedem der Gäste schenkt sie ein Stückchen Seife.

Nachdem nun alles vorbei ist, bleibt sie noch weitere acht Tage, ist aber selten zu sehen. Und wie die Erdme sie fragt, wo sie eigentlich immer steckt, da gibt sie zur Antwort: „Ich muß doch den Kindern eine Mutter besorgen.“

Am Abend vor ihrer Abfahrt kommt sie und setzt sich mit der Erdme an den Feuerherd.

„Ich glaube, jetzt wird es auch ohne mich weiter gehen,“ sagt sie. „Sie ist aus Pagrienen und kennt die Moorwirtschaft schon. Auch etwas Geld hat sie, und das übrige leg’ ich zu. Aber das darf der Vater nicht wissen. Damit er sie richtig in Ehren hält.“

„Du bist wohl sehr reich?“ fragt die Erdme bewundernd.

Sie lächelt und sagt: „Eigentlich bin ich ärmer als ihr, nur bei euch hat das Geld einen anderen Wert.“

Und dann erzählt sie der Erdme ihre ganze Geschichte.

Sie hat alles genau so durchgeführt, wie es einmal in ihrem Kopf entstanden war. Hat die Wirtschaft gelernt, die Buchführung und die Verwaltung und ist jetzt mit ihren zwanzig Jahren Geschäftsleiterin in einer Seifenfabrik. Daß es kein Getreide ist, wie es einst ihr Vornehmen war, sondern bloß Seife, macht kaum einen Unterschied.