Was heißt Wassersnot? Das bißchen Wasser wird man doch noch aushalten können. Das ist doch fast in jedem Frühling so gewesen.

Aber man hat erzählt, die Leute, die vom großen Strom herkommen, haben Vieh angebunden und Betten aufgeladen. In langer Reihe stehen die Wagen auf dem Rußner Chausseedamm, und vor der langen Brücke sollen sie aufeinandergefahren sein und nicht mehr weiter können. Der Heydekrüger Markt sei übervoll, und nirgends mehr geb’ es ein Obdach.

Die Erdme sagt zum Jons: „Sieh doch mal nach, was dran wahr ist.“

Der zieht die langen Stiefel an und planscht drauf los.

Der Hof steht unter Wasser. Das will am Ende nicht viel sagen. Der Knüppelweg steht auch unter Wasser, aber der Boden darunter ist noch steif gefroren. Man kann vom Fenster aus sehen, daß er fest hält. Wie der Jons marschiert, macht das Wasser spielende Wellchen über dem Fußgelenk. Sänke er ein, dann würde es spritzen.

Die Nachbarhäuser drüben stehen im grauen Nebel und scheinen so weit weg, daß man meinen könnte, sie seien aus einer anderen Welt.

Alles ist still, und kein Windchen rührt sich, und die Dächer tropfen.

Dann hebt im Stall die Rotbunte zu brüllen an. Die Kühe haben heute früh noch kein Heu gekriegt, und die Schweine quaksen.

Die Erdme sagt zu den beiden Marjellen: „Wir müssen abfuttern gehen.“ Aber die wollen nicht ’ran, denn das Wasser ist naß.

So zieht sie sich also die Strümpfe aus, schnürt die Röcke hoch und geht auf Klotzkorken nach dem Hof.