„Holt sie euch selber,“ sagt die Erdme, die immer noch zittert.
Darüber sind sie sehr ungehalten, aber da die Katrike am Mittwoch zum Unterricht muß, so gibt sie sich drein und schiebt mit dem Fuß einen Stuhl bis in die Gegend des Schrankes. Auf dem Sitz kniet sie nieder und öffnet die Schranktür. Die Schuhe schwimmen schon längst, und einer ist umgekippt, so daß beim Hochheben das Wasser im Bogen herausläuft.
Nun fangen sie an zu heulen, als ob jetzt erst ein Unglück geschehen ist. Wenn die eine Ahnung hätten, was ihnen bevorsteht!
Die Erdme fühlt sich immer ratloser werden.
„Paßt auf, ob der Vater kommt,“ sagt sie zu den Marjellen.
Die kucken zum Fenster ’raus und sagen nach einer Weile: „Der Nachbar Witkuhn will das Vieh auf den Weg treiben, aber sie gehen nicht.“
„Ist es schon so weit?“ denkt die Erdme, und das Herz steigt ihr hoch. Doch dann gibt sie sich einen Stoß und springt von der Ofenbank ’runter. Wie oft hat sie im eiskalten Grabenwasser gestanden, stundenlang — sie wird auch das aushalten können.
„Kommt mit in den Stall,“ sagt sie.
Die beiden glauben nicht recht gehört zu haben. Quer durch die Überschwemmung — o pfui doch!
„Dann ersauft meinetwegen hier,“ sagt sie.