Und nun will er auch wieder staken. Er verspricht, an keiner Wirtschaft vorbeizufahren, aus der noch Rufe erschallen. Er hat am Retten Geschmack gefunden, seitdem eine Menschenhand in der seinigen lag.

Aber Erdme gibt die Stange dem Nachbar Witkuhn, denn er ist naß und darf nicht erklammen. Jetzt erst hat sie Zeit, sich umzusehen. Die beiden Marjellen sitzen zusammengekrochen im Winkel, und der Jons stöhnt oben im Rohrdach.

Komisch ist die Behausung. Nicht viel geräumiger als ein Ziegenverschlag. Der Fußboden besteht aus langen Rudern, den Putschinen, mit denen die Flößer ihre Holztriften lenken. Die hat er dicht neben einander gelegt und die Ritzen mit Sorgfalt verstopft und verteert. Ein Bett und ein eiserner Ofen — viel mehr steht nicht drin. Und da kein Herd da ist, der einen Untergrund braucht, so kann das Ganze vom steigenden Wasser sich hochheben lassen, wie irgend ein Floß oder Prahm.

Noch aus drei Häusern holen sie die nassen und steifgefrorenen Bewohner. Die dürfen ins Innere kriechen und sich erwärmen, denn Kohlen zum Heizen sind auch da.

Der alte Raubmörder geht immer von einem zum andern und kriegt nicht genug Hände zu schütteln. Wer es nicht will, den beschimpft er.

So kommen sie näher und näher an den Chausseedamm, an dessen Höhe dem Wasser kaum noch ein Zoll fehlt.

Das Vieh steht dort und brüllt nach Stall und nach Fütterung, und auf den Wagen weinen die frierenden Kinder, und Frauen rennen herum mit Eimern voll dampfendem Kaffee.

Und überall die Stimme des Moorvogts. Vorne und hinten, in Streit und in Jammer — überall ist der Moorvogt und schlichtet und hilft und schiebt die Achsen und halftert das Vieh und ordnet die allmähliche Abfahrt.

Er ist auch der erste, der das Haus heranschwimmen sieht und den Bootshaken streckt, an dem man sich festhält.

„Also das war dein Kunststück,“ sagt er zu dem aussteigenden Alten. Und der nicht faul, verlangt sofort seine Pension.