Auf dem Knüppelweg hält sie an und blickt noch einmal nach ihrem Eigenen hinüber.

„Es ist merkwürdig,“ denkt sie, „daß man nie etwas von ihm sieht oder hört.“ Seit sie ihm das Pferd gestohlen haben, kann er nicht mehr wegfahren. Und zu Fuß kommt er auch nicht vorbei. Selbst die Petruschka ist wie in die Erde gesunken.

Sie wirft einen Blick auf die Quitschenbäume, deren Beeren schon halb und halb rot sind, und auch den Garten besieht sie von ferne. Viel erkennt sie nicht mehr, denn die Dunkelheit ist schon im Fallen, aber daß die Sonnenblumen im Aufblühen sind und daß der Wind die Stangen der Zuckerschoten umgeschmissen hat, das bemerkt man auch von dem Weg her.

„Wenn ich nicht so kreuzlahm wäre,“ denkt sie, „so würd’ ich nachher über den Zaun klettern und sie noch aufrichten.“

Und dann macht sie sich auf — nach dem Torfloch.

Die Ziegel, die schwarz und wie mit Fett übergossen an seinem Rande stehen, hat sie noch selber gestochen. Aber nicht mehr allein wie einst in den Jahren der Jugend. Mit der Magd waren sie drei, so wie es die Regel verlangt. Und der Jons hatte den schwersten, den Stechplatz.

Der Abendschein liegt feuerrot auf dem Wasser.

„Wenn ich jetzt hier ’reinspringe,“ denkt sie, „dann wird er sein Lebtag glauben, ich sei mit dem Nachbar Witkuhn im Verschwiegenen einig gewesen. Denn wer soll es ihm sagen? Will der Nachbar ihn anreden, so schlägt er ihn tot.“

Und dabei fällt ihr auf, daß das Totgeschlagenwerden gar nicht so schlimm ist. Hier ’reinzuspringen ist schlimmer.

„Wie wär’s,“ denkt sie weiter, „wenn ich vorher noch mit ihm spreche und alles ins klare bringe? Mehr als mich totschlagen kann er ja auch nicht.“