„Sein Vater liegt im Grabe,“ sagte die Enskene, „und einen anderen braucht es nicht.“

„Nun, da wird seine Mutter wohl auch noch ein Wort mitzusprechen haben,“ entgegnete er, „oder glaubt ihr, daß ihr sie ihr Leben lang als Magd bei euch behalten könnt?“

„Das Kind in der Wiege,“ sagte sie, „wird künftig einmal Herr auf diesem Hofe sein, und die du meinst, halt’ ich wie meine Tochter. Im übrigen glaube ich nicht, daß dich dies alles was angeht.“

„Dies geht mich nur insoweit was an,“ erwiderte er, „als die Marinke demnächst meine Frau werden soll.“

Die Enskene erkannte sogleich, wie wenig Macht ihr über die einstige Braut ihres Sohnes gegeben war. Aber sie wollte es ihm nicht zeigen, und darum sagte sie: „Deine Werbung ist mir so willkommen, daß ich Lust hätte, meinen Mann zu rufen, damit er dich von dem Hofe weist.“

„Ich habe gar nicht geworben,“ entgegnete er, „denn ihr Vater wohnt ja wo anders.“

Da gab sie sich drein, setzte sich ihm gegenüber und weinte.

Und er wartete schweigend, bis die Marinke vom Felde kam.

Die Mutter ging ihr entgegen und sagte: „Schick ihn fort, so daß er nie wiederkommt.“

Sie getraute sich nicht, ihn anzublicken, wünschte ihm kaum „Guten Tag“ und nahm dann das Kind aus der Wiege, um es zu stillen.