Die Marinke sagte nur immer: „Habt Geduld, bis die Trauerzeit um ist.“

Der Alte aber war nicht faul, sondern fuhr zum Rechtsanwalt zweimal in der Woche, denn er wollte den Enkelsohn in den Händen behalten.

Als der Todestag des Jurris sich eben gejahrt hatte und sein Grab von frischen Blumen noch voll war, erschien der Jozup von neuem auf dem Hofe.

Diesmal hatte er es so einzurichten gewußt, daß er die Marinke allein sprach.

Sie kam mit einem Wäschekorb von der Bleiche und lief ihm gerade in die Arme.

„Ich habe deinem Willen nicht entgegengestanden,“ sagte er, „und Geduld bewiesen ein Jahr lang. Aber nun ist sie zu Ende, und darum frage ich dich: Wann wirst du mir das Jawort geben?“

Sie schaute um sich, wie sie der Antwort entgehen könne, aber niemand war weit und breit.

„Deine Mutter ist mir böse gesinnt,“ sagte sie. „Und du wirst zu ihr stehen gegen mich.“

„Meine Mutter ist dir böse gesinnt,“ entgegnete er, „weil sie sich ärgert, daß du ein fremdes Kind ins Haus bringen wirst. Daß es mein eigenes ist, darf sie nie erfahren, sonst würde sie’s ausschreien bis hinter Prökuls.“

„Es ist auch nicht dein eigenes!“ rief sie. „Das weißt du, und wenn du es nicht weißt, dann schwör’ ich es dir.“