Aber er lachte sie aus. „Der gute Jurris ist tot,“ sagte er. „Darum will ich so tun, als hättest du Recht. Wenn du aber denkst, ich würde zu ihr stehn gegen dich, dann kennst du mich falsch. Ich bin nach dir ausgewesen wie ein Verrückter, seit ich dir auf Augustenhof die erste Kanne vom Wagen gab. Ich habe mit meiner Mutter die Sache beredet bei Tag und bei Nacht, aber die verfluchten Enskys sind fixer gewesen als ich. Ich hab’ ihnen den Hof anzünden wollen über dem Kopf, — ich habe den Jurris — na, nun ist egal, was ich wollte mit deinem Jurris. Aber hast du dir nie gedacht, warum ich da saß Abend für Abend neben ihm auf der Deichsel? Hast du geglaubt, daß ich ein Augenschmeißer bin und weiter sonst nichts? Ich hab’ kein Wort von meinem Zustand zu dir geredet, denn schaliges Bier lieb’ ich nicht, und den Bettler beißen die Hunde. Aber das hättest du wissen müssen, daß du mich entzweischneiden kannst mit dem Hackmesser, und ich würde noch nicht den Finger heben gegen dich. Ich sollte zur Mutter stehn gegen dich? Ja, Marjell, was dachtest du von mir?“
Wie er das sagte, geschah es zum ersten Male, daß sie ihm recht in die Augen sah. Und es war, als spritze Feuer daraus, und es war, als sei eine Wendezeit gekommen und jage sie auf unbetretene Wege.
Ihre Seele wand sich vor ihm und konnte seinem Willen doch nicht entweichen.
„Die Eltern werden es nicht zugeben,“ sagte sie, um doch etwas zu sagen.
„Welche Eltern? Deine oder dem Jurris seine?“
„Meine sind froh, wenn sie mich los sind,“ entgegnete sie, „aber diese hier lassen mich nicht mehr weg.“
„Wenn der Habicht kommt, fliegt selbst die Krähe vom Neste, und um zwei solche Grasmücken sollt’ ich mich kümmern?“
„Sie haben das Kind zum Erben bestimmt. So ein Glück kommt nicht wieder.“
„Ich habe ihm auch einen Hof zu vererben, wenn ich das will.“
„Hier geht es nicht nach deinem Willen, das weißt du sehr gut. Denn eigene Kinder kommen zuerst.“