Und so kamen sie in sein Arbeitszimmer, das am Giebelende gelegen war und drei Polstertüren hatte, eine rechts, eine links und eine zum Korridor hin, durch die sie nun eintraten.
Er drehte das elektrische Licht an, das sie noch nie gesehen hatte, denn damals war es Petroleum gewesen. Da stand noch der Schreibtisch, an dem sie Sonnabends immer Rechnung gelegt hatte, und das Ruhebett in der linken Fensterecke stand auch noch da. Und alles war überhaupt, als sei sie nie weg gewesen.
Er hatte sich unter den Kronleuchter gestellt und betrachtete sie lange, aber von dem Kinde, das sie erwartete, und auch von dem, das sie an der Hand hielt, sagte er nichts, sondern begann so: „Es hat mir leid getan, Marinke, daß dein Mann mir vor ein paar Jahren die Milch gekündigt hat. So sind wir ganz außer Verkehr gekommen, und ich weiß nichts mehr von dir. Du hast dich in der ganzen Zeit nicht einmal an mich gewandt, und das passiert mir in ähnlichen Fällen eigentlich niemals. Ich will nicht sagen, daß ich dir das besonders hoch anrechne, denn wenn ich kann, helf’ ich gerne. Aber nun setz dich hin, denn du wirst müde sein, und sage, was führt dich her?“
Sie dachte bloß immer: „Und sein Kind sieht er nicht an.“
Aber nun, wie sie sich auf die äußerste Kante des Ruhebetts setzte und das Kind zwischen die Kniee nahm, da sah er es doch.
„Ei ei, das ist ein strammer Kerl geworden,“ sagte er und streckte von seinem Schreibstuhl her lockend die Hand aus, wie man ein Hündchen lockt.
Aber der Kleine wollte nicht und drückte sich nur um so enger an sie.
„Wie werd’ ich’s ihm bloß sagen?“ dachte sie. „Das Beste wird sein, ich geh’ wieder weg, wie ich gekommen bin.“
„Nun also, Marinke, erzähle.“
„Ich hab’ nichts zu erzählen, Ponusze.“