»O Gott«, entfuhr es mir.
»Sie sind überrascht, ich merk's, sehr überrascht, aber hoffentlich angenehm überrascht, denn wenn der Mann ein Weib erkiest, so ist das eine Ehre für sie. – Nun, so reden Sie – Heiratsanträge sind nicht mein Gusto.«
»Herr Professor,« stotterte ich, »seien Sie mir nicht böse, aber – ich heirate nicht.«
»Waas«? schrie er. »Wenn Sie aber doch einer will.«
»Auch dann nicht. Ich fühle mich glücklich in meinem Beruf.«
»So – hm –.« Er besann sich einen Augenblick, und ich wurde mit Vergnügen gewahr, daß ihm die Sache durchaus nicht tiefer ging.
»Dann nehme ich die Schwester«, sagte er; »holen Sie Ihre Schwester.«
»Warum meine Schwester?« fragte ich, mit aller Mühe meine Lachlust unterdrückend, »Fräulein Plump ist doch viel jünger.«
»Ja, aber so zutunlich; ich mag zutunliche Frauenzimmer nicht leiden.«
»Sie will Ihnen eben zeigen, daß sie Ihnen gut ist.«