Hermanns Stimme war's, des Bruders liebe, lebensfrohe Erscheinung, und es war so, als führe er uns aus den düstern Schatten der Vergangenheit in die frische, lebendige Gegenwart hinein.
Noch eins. Bei meiner Rückkehr von Freiburg fand ich ein Geschenk des Barons vor, ein ganz köstliches Aquarell: Clothilde als schönes, schlankes Mädchen an der Seite eines hochgewachsenen, bildhübschen Offiziers. Darunter steht: »Elferl und Hampelmann im siebenten Himmel.«
Über den beiden aber schwebt ein Engelchen, das des kleinen Rudis Züge trägt.
Es hat mich tief ergriffen.
Rastatt, 1. Mai 1845.
Liebste Caton!
Petersens Vorschlag soll uns recht sein, da er es für durchaus nötig findet, daß Du in aller Ruhe die Ferien ohne Deine Söhne mit uns genießest. Du weißt ja, wie sehr sich die Schwestern Deines Mannes freuen, ihren geliebten Neffen für eine Weile die Mutter ersetzen zu dürfen, also kannst Du Deine Reise, wenn auch mit dem unausbleiblichen Trennungsschmerz, aber doch sorgenlos antreten. Gesegnet sei die Eisenbahn, die Dich schon in wenigen Tagen ans Ziel bringt, das mit der Post kaum in zehn Tagen zu erreichen war.
Mach' Dir's um Gottes willen nur recht klar, daß die Eisenbahn nicht so gefällig ist wie die Post und auf ihre Reisenden wartet. Nun, Petersen wird Dir wohl alles genugsam einprägen. Ach, ich bin ihm so dankbar, es gibt keine Worte, die ihm meinen so heißen Herzensdank genugsam auszudrücken vermöchten. Nicht leicht wird es ihm werden, auf Wochen das geliebte Weibele entbehren zu müssen, damit endlich, endlich die so lang getrennten Schwestern sich wiedersehen. Und nicht genug des Glücks – der teure Schwager holt Dich in den Herbstferien ab und kommt nicht allein, kommt mit unsern heißgeliebten Neffen.