Sie lachte, und so herzlich, daß ihr Mann sie ganz glückselig anschaute.
O wie schön war sie in diesem Augenblick! Und als errate sie meine Gedanken, nickte sie mir mit leuchtenden Augen zu.
»Ja, Annele, das Schöne, das Heitere – einschenken, Männle – das Schöne, das Heitere soll leben –«
Sie spielte noch wunderschön und hätte wohl stundenlang so fortgespielt, wenn Herr von Verleb ihr nicht Einhalt geboten hätte.
»Deine Wangen glühn, Kind,« sagte er voll Besorgnis, »und deine Hände sind eiskalt.«
Hermann holte mich ab. Der Himmel war sternenklar, als wir heimgingen.
Oh, holde Sterne! Gießt Klarheit mir in die Seele –
Füllet mit heiterer Ruhe die beklommene Brust,
Daß stets ich das Gute nur wünsche und wähle,
Daß jeglichen Guten ich liebe mit gleicher inniger Lust.
18. 10. Die Weihe des Erzbischofs ist vorüber; ich bin ganz müde von lauter Schauen und Hören. Gestern nachmittag sah ich den Großherzog, die Markgrafen und den Fürsten von Fürstenberg durch die große Straße fahren. Das Bild war unendlich lebendig, ein Hin- und Herwogen von Tausenden von Menschen zu Fuß, zu Wagen, zu Pferd. Die Landleute in ihren bunten Trachten, die Städter im Wichs, kuriose Erscheinungen von Gott weiß woher. Abends war große Beleuchtung, ein herrliches Schauspiel, wie ich nie etwas dergleichen gesehen. Alle öffentlichen Plätze und Gebäude glänzten in ihrem Brillantfeuer mit den schön gewählten Inschriften. Am besten gefiel mir die Darstellung des Münsters am Herderschen Hause mit seiner sinnreichen Inschrift: