»Noch ist Polen nicht verloren.« –
Ach, erst im Umgang mit diesen Helden kann man ganz ihre Größe schätzen, ihr Unglück erfassen.
Beim Gehen war plötzlich Grotecki an meiner Seite.
»Merken Sie nicht,« flüsterte er, »oh, Sie merken nichts – nur für Sie sprach ich – nur Ihnen habe ich mein jammervolles Geschick mitgeteilt. – Was liegt mir an all den andern.« –
Ich nahm Mutters Arm, ich hatte ein Gefühl, als trügen mich die Füße nicht mehr. Ich brachte beim Nachtmahl keinen Bissen hinunter und zog mich gleich auf mein Zimmer zurück.
Mutter kam. Ich dachte: wenn sie mich fragt, was mir sei – was soll – was kann ich ihr antworten?
Sie fragte nicht. Sie sagte nur: »Närrle, nimm nicht alles gar so ernst.« –
1. Juli. Wie lebhaft, wie hochinteressant geht es nun des Nachmittags zur Kaffeestunde bei uns zu. Ganz wie selbstverständlich, ohne daß wir sie eingeladen hätten, erschien eines Nachmittags Amalie von Berg und mit ihr Kozlowski. »Dürfen wir?« sagte sie zur Mutter und weiter nichts. Und Mutter schloß sie in die Arme. Nun sind sie immer da und können ungeniert miteinander reden in dem lauten Kreis – laut durch die Gegenwart der Hofrätin mit ihrem Schreiberle, wie sie den jungen Polen nennt, der nun statt meiner unter den Tisch zu schlüpfen und den Knäuel zu suchen hat.
Meine Aufgabe ist – ach, sie ist entsetzlich schwer – Zarembecki nicht merken lassen, wie sehr, sehr es mich zu Grotecki zieht. Gleich als er das erstemal in unser Haus kam, sozusagen auf den ersten Blick, entdeckte er meine kleinen Zeichnungen von Mutter und Caton über der Kommode. Er fragte, von wem sie seien.