»Aber,« setzte sie listig hinzu, »es wird schon gesorgt, daß mein Bub nicht Not leidet, nur darf's mein Mann nicht wissen.« –

Wie soll man sich das Innere eines solchen Wesens vorstellen – sie liebt ihren Mann und betrügt ihn zugleich. Sie ist von einer fanatischen Eifersucht, lädt nur ältere oder häßliche Frauen ein und duldet keinen hübschen Dienstboten im Haus. Ich kann nicht sagen, wie viele Magdgesichter ich in diesem einen Jahr meines Hierseins schon habe auftauchen und wieder verschwinden sehen.

»Es ist immer mein Mann«, sagte die Gnädige mit einem Achselzucken.

Nun ja, er kommt in die Küche geschossen:

»Liederliches Pack, kein Hemd gebügelt, keine Kragen, keine Manschetten – wozu seid ihr da – marsch, hinaus.«

Mit Fragen gibt er sich nicht ab, wohl aus Angst, zu erfahren, daß nicht an den Mädchen, daß an der Frau die Schuld lag, wenn nicht geschah, was geschehen sollte.

Aus Mitleid mit dem armen Mann nehme ich mich des Haushaltes an, bin dadurch aber nicht wenig angestrengt, daher die lange Pause seit meinem letzten Brief. Ich kann auch diesen nur in Absätzen schreiben.

Ich wagte einmal eine kleine Anspielung, ob nicht etwas mehr Ordnung auch mehr Zufriedenheit zur Folge haben würde, und schlug eine Wirtschafterin vor.

»Eine solche Person,« schrie die Gnädige auf, »die mich in der ganzen Stadt verschwätzt.«

Ich fragte: »Glauben Sie, daß das die Dienstmädchen nicht auch tun?«