»Er ist ja gleich wieder zufrieden, wenn ein gutes Essen auf den Tisch kommt«, war ihre Antwort.

Das Essen wird aus dem gegenüberliegenden Hotel geschickt. Es sind oft Gäste da; die Gnädige sitzt dann sehr hübsch gekleidet oben am Tisch; die beiden Mädchen dürfen nie anders als in weißen Kleidern erscheinen. Ein Kellner serviert, es fehlt an nichts, und jeder hat den Eindruck, als sei hier die glücklichste Familie beisammen.

Die Gäste sind meist Beamte und Offiziere mit ihren Frauen. Von den älteren Herren wird entsetzlich umständlich politisiert, wobei mein demokratisches Herz wahre Folterqualen aussteht, besonders wenn es sich um unsere so schwer mißverstandenen Freiheitsmänner Rotteck und Welcker handelt.

Die Offiziere sind fast alle frisch und lebendig, und ich bin immer froh, wenn ihr leichtes Geplauder den Sieg über die Philister davonträgt.

Von den Büchern ist nie die Rede, und daran merke ich so recht, wie groß der Vorzug ist, in einer Universitätsstadt zu leben.

Was ich durch den Umgang mit wirklich bedeutenden Männern und durch die Lektüre wertvoller Werke von zu Hause mitbekommen, das liegt jetzt unbegehrt im tiefsten Innern meines Herzens, und ich habe nur Muße, in den Nachtstunden dieser reichen Zeiten zu gedenken.

Ich muß über mich lächeln, wie ich mich im Anfang bemühte, die jungen, mir anvertrauten Gemüter in die Welt einzuführen, in der wir uns einstens so glücklich gefühlt.

»Fräulein Villinger,« unterbrach mich Elli mit einem überlegenen Lächeln, »wir sind doch keine Kinder mehr.«

Sie ist zehn Jahre alt, die Kleine acht.

So gibt es fortan kein Appellieren an das Gemüt meiner Schülerinnen, wenn ich nicht durch Ellis naseweise Bemerkungen aufs trockene gesetzt werden will.