»I bitt,« redet sie mich an, »gelt', machens Hannerl recht schön gebüld – wissens, 's soll halt a so e Gouvernant'n werd'n wie Sie, so will's der Mann; o mei, ihm is halt d' Büldung so gar viel wert. I bin nit gebüld', aber er laßt mich's nie nit merk'n – i schaff halt, daß sie's gut hab'n, die zwei, nur halt ins Schloß kann i nit z'weg'n der Büldung.«

So ungefähr ist der Dialekt hierzulande, natürlich nur ungefähr.

Das Lehrerstöcherchen nimmt nämlich die französischen Stunden im Schloß mit, ein braves, schwerfälliges Kind, mit weit vom Kopf abstehenden Zöpfen und hochrotem Gesichtchen.

Der Lehrer, ein rührend bescheidenes, spindeldürres Männle, ist zuweilen des Sonntags mit dem Pfarrer und dessen »Tant'« zum Abendessen ins Schloß eingeladen. Stotternd entschuldigt er jedesmal seine Frau, sie könne halt wieder nicht kommen, sie habe 's Zahnweh.

Worauf des Pfarrers »Tant'«, de unbewußt laut zu denken pflegt, jedesmal sagt: »Die Zähn' sein's nit, 's ist der Anstand, den s' nit hat.«

Der Lehrer hört während des ganzen Essens nicht auf, sich für alle möglichen Wohltaten zu bedanken. Zuerst beim Baron, der ihn aber gleich unterbricht: »Schon gut, schon gut, was bilden Sie sich nicht alles wieder ein, ich bin ja ganz unschuldig.«

»Ach nein, nein, Herr Baron, das sein S' nie, nie«, ereifert sich der Lehrer, alsdann richtet er seine Danksagungen an die Baronin.

Zuletzt kommt's an mich, indem er mir mit feuchtschimmernden Augen immer von neuem versichert: »Wissen S', was Sie für mein Hannerl tun, heilig möcht' ich Sie nennen, heilig!«

Inzwischen läßt sich's der Pfarrer prächtig schmecken, und sobald er den Teller füllt, seufzt die Tant': »O mei, schon wieder, und ich muß zuschaun und vertrag nix nit.«