Am Ende der Straße kämpfen noch immer schwarze, verschwimmende Pünktchen miteinander. Johannes sieht sie vorspringen, zurückweichen, winzige, schwarze Pünktchen. Bisweilen blitzt etwas auf, ein scharfer Strahl zuckt von einem Pünktchen zum anderen. Eine kalte Wirklichkeitswelle spült erstarrend über Johannes' Gehirn. Das sind Menschen, kämpfende Menschen. Dann hüllt ein warmer, rosiger Nebel ihn völlig ein. Es duftet plötzlich nach Flieder. Angestrengt starrt er auf die kämpfenden, schwarzen Pünktchen. Und lächelt. Wie hat er nur glauben können, daß dies kämpfende Leute sind, Menschen, die sich gegenseitig ein Leid antun? Das ist nur ein böser Traum gewesen. Nun sehen seine Augen wieder klar, immer lauter wird das Klopfen, und er erblickt einen endlosen Zug, der mit Bausteinen in den Händen den Hügel hinansteigt ... Und immer neue kommen hinzu, von allen Enden der Welt und bringen Stein um Stein ...
Es wird ihm schwarz vor den Augen, er schließt sie, ringt keuchend nach Luft ... Dann öffnet er sie noch einmal, und vor seinem beseligten Blick steht der Tempel, schimmernd und gleißend in überirdischem Licht, und ragt in vollendeter Herrlichkeit in den Nachthimmel auf ...
Ende.
Hinweise zur Transkription
Das Originalbuch ist in Antiqua gesetzt.
Darstellung abweichender Schriftarten: gesperrt, Kursiv.
Im Originalbuch fehlt, zwischen siebtem und neuntem Kapitel, die Kennzeichnung eines achten Kapitels. Es wurde deshalb auf Seite [44] an der Position eines inhaltlichen Gedankenwechsels die Überschrift "Achtes Kapitel." eingefügt.
Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, mit folgenden Ausnahmen,
Seite [4]:
im Original "legten Stein an Stein, und meiselten und hämmerten"
geändert in "legten Stein an Stein, und meißelten und hämmerten"