»Marsch, auf dein Zimmer,« sagte der Vater, von der Antwort seines Sohnes besänftigt. »Und Sie,« wendete er sich an den Unbekannten, »folgen Sie mir!«
Sie beobachteten nun Schweigen, wie zwei Spieler, die einander mißtrauen. Der General begann sich sogar finstern Ahnungen hinzugeben. Der Unbekannte lastete ihm bereits wie ein Alpdruck auf der Seele; aber da er ihm sein Wort gegeben hatte, so führte er ihn über die Korridore und Treppen seines Hauses und ließ ihn in ein großes, im zweiten Stock gelegenes Zimmer, gerade über dem Salon, treten.
Dieser unbenutzte Raum diente im Winter als Trockenboden und hing mit keinem andern Gemach zusammen. An seinen vier vergilbten Wänden war weiter kein Schmuck, als ein unschöner kleiner Spiegel, den der frühere Besitzer auf dem Kaminsims hatte stehen lassen, und ein großer Spiegel, für den sich beim Einzug des Marquis keine Verwendung gefunden hatte. Man hatte ihn daher zufälligerweise dem Kamin gegenüber aufgehängt. Der Fußboden dieser großen Mansarde war nie gescheuert worden, die Luft war eisig, und zwei alte Stühle, an denen das Stroh zerrissen war, bildeten das einzige Mobiliar.
Nachdem der General seine Laterne auf den Ofensims gestellt hatte, sagte er zu dem Unbekannten:
»Sie müssen sich mit dieser kläglichen Mansarde begnügen,
um in Sicherheit zu sein. Und da Sie mein Wort haben, daß ich Verschwiegenheit wahren werde, so erlauben Sie mir wohl, Sie einzuschließen.«
Der Mensch senkte den Kopf, zum Zeichen des Einverständnisses.
»Ich habe nichts verlangt als ein Asyl, Verschwiegenheit und Wasser,« bemerkte er.
»Wasser werde ich Ihnen bringen,« antwortete der Marquis, der sorgsam die Tür zuschloß und sich zum Salon hinabtastete, um dort einen Leuchter zu nehmen und dann aus der Geschirrkammer selbst eine Karaffe zu holen.
»Nun, was gibt es?« fragte die Marquise lebhaft ihren Mann.