»Sie sind nicht mit dem Herzen dabei wie ich und können die fernen Geräusche nicht so hören.«
»Sie haben also ein Duell gehabt, daß Sie so mit
Blut bedeckt sind?« fragte der General, tief ergriffen, als er die Farbe der großen Flecke erkannte, mit denen die Kleider seines Gastes getränkt waren.
»Ja, ein Duell, Sie haben es getroffen,« wiederholte der Fremde, und ein bitteres Lächeln huschte über seine Lippen.
In diesem Augenblick erklang das Geräusch mehrerer scharf galoppierender Pferde in der Ferne; aber es war so schwach wie der erste Lichtschein am Morgen.
Das geübte Ohr des Generals erkannte die Gangart von militärisch gedrillten Pferden, die gewohnt waren, in der Schwadron zu laufen.
»Das ist Gendarmerie,« sagte er.
Er warf dem Gefangenen einen Blick zu, der ihn über die Zweifel beruhigen sollte, die seine unwillkürliche Neugierde in ihm erweckt haben mochte, nahm das Licht und kehrte in den Salon zurück. Kaum hatte er den Schlüssel zu dem oberen Zimmer auf den Kamin gelegt, als der Lärm der Reiter deutlicher wurde und sich mit einer Schnelligkeit, über die er erschrak, dem Pavillon näherte.
In der Tat machten die Pferde vor der Pforte des Hauses Halt. Nach ein paar Worten mit seinen Kameraden stieg ein Reiter ab, klopfte ungestüm und nötigte den General, zu öffnen. Dieser vermochte eine geheime Erregung nicht zu verbergen, als er sechs Gendarmen sah, deren goldbetreßte Hüte im Mondlicht blitzten.
»Gnädiger Herr,« fragte ein Brigadier, »haben Sie nicht eben jetzt einen Menschen nach der Barrière zu laufen hören?«