»Nein,« antwortete der Reiter. »Er hat den Schreibtisch voll Gold und Banknoten gelassen, ohne etwas anzurühren.«
»Also ein Racheakt,« sagte der Marquis.
»Ah bah – an einem alten Manne? – Nein, nein, der Galgenvogel hat nur nicht Zeit gehabt, sein Werk zu vollenden.«
Und der Gendarm setzte seinen Kameraden nach, die schon in die Ferne sprengten. Der General stand eine Weile in einer Verblüffung da, die leicht begreiflich ist. Bald darauf hörte er seine Diener kommen; sie sprachen hitzig miteinander, und ihre Stimmen hallten laut auf der Montreuiler Straße. Sein Zorn suchte einen Vorwand, sich Luft zu machen, und entlud sich nun, als sie ankamen, wie ein Donnerschlag über ihren Häuptern. Seine Stimme hallte durch das Haus, daß es zitterte.
Als der Beherzteste und Gewandteste unter ihnen ihre Verspätung damit entschuldigte, daß sie am Eingang von Montreuil von Gendarmen und Polizisten aufgehalten worden seien, die einen Mörder gesucht hätten, beruhigte er sich plötzlich wieder und schwieg. Durch diese Ausrede an die Pflichten seiner sonderbaren Lage erinnert, befahl er kurzweg allen seinen Leuten, auf der Stelle schlafen zu gehen. Sie wunderten sich darüber, daß der Kammerdiener mit seiner Lüge so gut durchgekommen war.
Aber während dies sich im Hofe zutrug, hatte ein anscheinend ganz unbedeutender Vorfall die Lage der andern Personen, die in dieser Geschichte mitwirken, umgestaltet. Der Marquis war kaum hinausgegangen, als seine Frau abwechselnd den Mansardenschlüssel und ihre Tochter ansah und schließlich, sich zu ihrer Tochter neigend, mit leiser Stimme sagte:
»Helene, Dein Vater hat den Schlüssel auf dem Kaminsims liegen lassen.«
Das junge Mädchen hob erstaunt den Kopf und sah zaghaft die Mutter an, deren Augen vor Neugierde blitzten.
»Und – was denn, Mama?« antwortete sie bestürzt.
»Ich möchte wissen, was dort oben vorgeht. Wenn