Aber trotz der Charakterstärke, die sie in diesem Augenblick bewies, vermochte das Feuer ihrer Augen kaum

die Tränen aufzuzehren, die ihr dieselben füllten. Der Fremde erriet aus diesen Tränen des jungen Mädchens, was die Mutter gesprochen hatte und warf den Blick eines Adlers auf die Marquise, die, durch eine unwiderstehliche Macht gezwungen, diesen schrecklichen Verführer ansah.

Als die Augen dieser Frau den hellen, leuchtenden Augen dieses Mannes begegneten, empfand sie in tiefster Seele einen Schauer, ähnlich dem Grausen, das uns beim Anblick eines Reptils befällt – ähnlich den Schlägen, die uns bei Berührung einer Leydener Flasche durchzucken.

»Mann,« rief sie ihrem Gatten zu, »es ist der Teufel! Er errät alles –«

Der General erhob sich, um nach einer Klingelschnur zu greifen.

»Er stürzt Sie ins Verderben,« sagte Helene zu dem Mörder.

Der Unbekannte lächelte, tat einen Schritt, hielt den Marquis beim Arm fest, zwang ihn, einen Blick auszuhalten, der ihn betäubte, und raubte ihm so alle Willenskraft.

»Ich werde Ihnen Ihre Gastfreundschaft lohnen,« sagte er, »damit werden wir quitt sein. Ich werde Ihnen eine ehrlose Handlung ersparen, indem ich mich selbst ausliefere. Was soll ich schließlich noch im Leben beginnen?«

»Sie können bereuen,« antwortete Helene und sah ihn mit einem jener hoffnungsvollen Blicke an, die nur in den Augen von jungen Mädchen aufleuchten können.

»Ich werde nie bereuen,« versetzte der Mörder mit tiefer Stimme und warf stolz den Kopf zurück.