Ein tiefes Schweigen folgte plötzlich auf diese Worte. Es war ein Auftritt, der alle alltäglichen Begriffe des Lebens über den Haufen warf, und die daran Beteiligten wagten nicht, einander anzusehen. Plötzlich erblickte der Marquis seine Pistolen, ergriff eine, lud sie schnell und richtete sie auf den Fremden. Bei dem Geräusch, das der Hahn machte, drehte der Mann sich um und heftete seinen ruhigen, durchdringenden Blick auf den General.
Von einer unüberwindlichen Schwäche befallen, sank der Arm des alten Soldaten herab, und die Pistole fiel auf den Teppich.
»Meine Tochter,« sagte nun der Vater und gab den entsetzlichen Kampf auf, »du bist frei. Küsse deine Mutter, wenn sie damit einverstanden ist. Was mich betrifft, ich will von dir nichts mehr sehen und hören …«
»Helene,« sagte die Mutter zu dem jungen Mädchen, »bedenke doch, du wirst im Elend leben –!«
Ein Röcheln, das aus der breiten Brust des Mörders drang, lenkte ihren Blick auf diesen. Ein Ausdruck der Verachtung war auf seinem Antlitz zu lesen.
»Es kommt mir teuer zu stehen, daß ich Ihnen Gastfreundschaft gewährte,« rief der General. »Vor kurzem haben Sie nur einen alten Mann umgebracht. Hier
morden Sie eine ganze Familie. Was auch geschehen möge, diesem Hause steht Unglück bevor!«
»Und wenn Ihre Tochter glücklich ist?« fragte der Mörder und sah den Soldaten fest an.
»Wenn sie glücklich ist mit Ihnen,« antwortete der Vater, sich mit Mühe aufraffend, »so werde ich sie nicht bedauern.«
Helene kniete schüchtern vor ihrem Vater nieder und sagte in liebkosendem Tone zu ihm: