»Und die Leute?«

Der Marquis betrachtete die Mannschaft des »Sankt Ferdinand«, und ihn schauderte. Die vier Handelsleute waren blaß und zitterten vor Angst; während die Matrosen sich um einen unter ihnen scharten und sich dem Anschein nach verabredeten, auf die Seite des »Othello« zu treten, denn sie sahen mit begehrlichen Blicken nach dem Korsaren hin. Der erste Maat, der Kapitän und der Marquis

allein tauschten Blicke aus, die eine einmütige und tapfere Gesinnung verrieten.

»Ah, Kapitän Gomez, einstmals habe ich mit vor Kummer erstorbenem Herzen meinem Vaterland und meiner Familie Lebewohl gesagt. Soll ich sie auch nun nicht wiedersehen, wo ich eben meinen Kindern die Freude und das Glück bringen will?«

Der General drehte sich um und ließ eine Träne der Wut ins Meer fallen. Dabei erblickte er den Steuermann, der auf den Korsaren zuschwamm.

»Diesmal,« antwortete der Kapitän, »werden Sie ihm ohne Zweifel für alle Zeit Lebewohl sagen müssen.«

Der Franzose erschrak über den stumpfsinnigen Blick, den der Spanier ihm zuwarf. In diesem Augenblick waren die beiden Schiffe fast an Bord; und beim Anblick der feindlichen Mannschaft glaubte der General an die unselige Prophezeiung seines Kapitäns. Drei Mann standen an jedem Geschütz. Wenn man ihre athletische Haltung, ihre eckigen Züge, ihre nackten, sehnigen Arme sah, hätte man sie für Statuen von Bronze halten können. Sie wären im Tode noch auf ihrem Posten geblieben, ohne umzufallen. Die Matrosen, gut bewaffnet, standen unbeweglich da, aber man sah ihnen an, wie flink und gewandt sie sein konnten, sobald ein Befehl sie aus ihrer Starrheit erweckte. Alle diese energischen Gesichter waren stark von der Sonne verbrannt und von der Arbeit gehärtet. Ihre Augen leuchteten wie Feuerfunken und verrieten Tatkraft, Intelligenz und höllische Freude.

Die tiefe Stille, die auf diesem von Menschen und Hüten schwarzen Verdeck herrschte, zeugte für die unversöhnliche Disziplin, unter die ein gewaltiger Wille diese menschlichen Teufel gezwungen hatte. Der Anführer stand

vor dem Hauptmast, ohne Waffen und mit gekreuzten Armen. Nur ein Beil lag ihm zu Füßen. Auf dem Kopfe trug er zum Schutze gegen die Sonne einen Filzhut mit breiter Krempe, dessen Schatten sein Gesicht verbarg. Gleich Hunden, die vor ihrem Herrn liegen, sahen Kanoniere, Soldaten und Matrosen abwechselnd auf den Kapitän und das Handelsschiff. Als die beiden Briggs zusammenstießen, erweckte die Erschütterung den Korsaren aus seiner Träumerei, und er sagte einem jungen Offizier, der zwei Schritt vor ihm stand, ein Wort ins Ohr.

»An die Enterhaken!« rief der Leutnant.